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Sonntag, 3. Dezember 2017

Bluthochzeit -Fletchers Kampf von Rudolf Otto Schäfer



Die Fantasy-Reihe um den Engländer Fletcher, ausgestattet mit übersinnlichen Kräften. Eine herrliche Mischung aus Krimi und Fantasy, aus Action, Magie und Mystik, getränkt mit bissigem Humor! Begleite Fletcher bei seiner Geisterjagd.

Fletcher, Geisterjäger wider Willen, Alison und der Geisterjunge Tom konnten in Clapham Woods, gerade noch das Leben eines kleinen Jungen retten, da wird Alison von einem Vampir entführt. Ein unheimlicher Fremder gibt Fletcher den Tipp, diesen in Warwick finden zu können. Krank vor Sorgen machen sich die beiden Freunde auf den Weg, dass schier unmögliche zu schaffen und Alison aus den Fängen dieses Wesens zu retten. In Warwick angekommen, trifft unser Duo auf neue Freunde aber auch auf neue Gegner. Fletcher sucht fieberhaft nach dem Versteck des Blutsaugers, denn allen ist bewusst ... Alisons Zeit läuft ab!
Erhältlich bei Amazon als E-Book und Taschenbuch


Leseprobe:
Kapitel 2
Unerwartete Hilfe
»Verfluchte Scheißkarre!« Mit einem kräftigen Schwung warf ich die Motorhaube nach unten. Mit einem blechernen Scheppern fiel sie wieder in das Schloss.
Ich stand zusammen mit Tom auf einem Parkplatz auf der M25 Richtung Windsor und wusste erst einmal nicht mehr weiter. Müde und wütend setzte ich mich auf einen Randstein und starrte stumpfsinnig vor mich hin.
»Na komm schon Fletscher. Der muss nur kurz ein wenig abkühlen und gleich geht es bestimmt wieder weiter«, sagte Tom und deutete mit seiner Hand zum Auto. Mein uralter Audi 80 hatte das hohe Tempo, welches ich einschlug, einfach nicht verkraftet und plötzlich den Geist aufgegeben. Mit dampfender Motorhaube war ich gerade noch auf den Rastplatz zum Stehen gekommen.
Ich schaute Tom an, aber momentan war ich nicht gerade sehr optimistisch. Kurz schloss ich die Augen und ließ die letzten Geschehnisse Revue passieren. Vor kurzem war mir die sonderbare Gabe zuteilgeworden Geister sehen zu können. Warum oder weshalb konnte ich mir beim besten Willen nicht erklären. Ich war noch nie ein sehr religiöser Mensch gewesen und hatte, bis auf ein paar Horrorfilme im Kino, auch nicht das geringste für parapsychologische Geschehnisse über. Tom, der jetzt neben mir stand, hatte als erster Geist zu mir Kontakt aufgenommen und nach einigen
Anfangsschwierigkeiten, waren wir gute Freunde geworden. Durch einen unliebsamen Geist kamen wir beide in große Schwierigkeiten und brauchten professionelle Hilfe. Aber wo zum Kuckuck bekommt man diese her? Im Telefonbuch findet man unter G wie Ghosthunter keinen Eintrag.
Durch puren Zufall traf ich dann auf Alison. Ach Alison ... was soll ich euch sagen? Eine absolute
Traumfrau. Nicht nur ihr Körper, die langen Haare und diese magischen grünen Augen. Nein. Ihre Art zog mich einfach in ihren Bann. Sie konnte Verhalten aus mir herauskitzeln, die ich mir selber nie zugetraut hätte.
Selbst das Rauchen hatte ich für sie aufgegeben. Einfach so, ohne lange zu überlegen. Bisher war ich mir nur nicht im Klaren, ob meine Gefühle einseitiger Natur waren. Ab und zu hatte sie mir schon das Gefühl gegeben, mehr für mich zu empfinden. Dann aber war da so etwas wie eine unsichtbare Mauer gewesen, an der wir beide nicht weiter kamen. Vielleicht Schatten der Vergangenheit.
Naja. Auf jeden Fall war sie mir eine große Hilfe gewesen. Sie besaß einen kleinen Esoterik Laden und hatte gerade auf dem Gebiet der Parapsychologie unheimlich viel Ahnung. Wir drei zusammen schafften also das fast Unmögliche und konnten diese dunkle Bedrohung aufhalten. Dabei kam ich in den Besitz eines Artefakts mit magischen Eigenschaften. Ein hölzerner Richterhammer, der es mir ermöglichte, Geister an Orte zu verbannen, von denen eine Flucht für diese schier unmöglich war.
Kaum aber war dieses Abenteuer überstanden, hatten wir versucht, ein Rätsel in Clapham Woods zu lösen.
Ein kleiner Junge war verschwunden und durch unsere Forschungen vor Ort, konnten wir ihn retten und eine Sekte daran hindern, eine griechische Gottheit für ihre Zwecke einzusetzen.
Als kleines Geschenk für Alison hatte sie nach diesem Vorfall nun auch diese vermeintliche Gabe, Geister sehen zu können. Kaum aber hatten wir uns davon erholt, wurde sie abends auf unerklärliche Weise aus dem Badezimmer entführt. Ein unheimlicher Schattenmann hatte mir daraufhin eröffnet, dass Alison in der Gewalt eines Vampirs war. Sein Name war Absolom. Dieser solle sie in sein Versteck in Warwickshire gebracht haben. Geister, Götter, Dämonen und jetzt ein Vampir. Was nur hatte ich verbrochen, um mich mit solchen Sachen auseinanderzusetzen? Ich setzte mich also mit Tom in mein Auto und gab Gas. Ich wollte so schnell wie möglich Alison finden und wenn irgendwie möglich, aus den Händen dieses Blutsaugers retten.
Wie ich das anstellen sollte, war mir bisher noch ein Rätsel. Mein gesammeltes Wissen über diese
Blutsauger begrenzte sich leider immer noch auf diverse Horrorschinken aus den 80er Jahren. Als
ehemaliger Video Junkie hatte ich natürlich auch Vampierfilme geschaut. Also sollte ich mich auf jeden Fall mit Weihwasser, Knoblauch und einem Holzpflock bewaffnen, wenn ich diesem Absolom gegenübertreten würde.
Das aber war jetzt erst einmal nebensächlich, denn wie ich, mit einem Blick auf mein Auto feststellte, war eine momentane Weiterfahrt unmöglich. Immer noch krochen kleine Dampfwölkchen unter der Motorhaube hervor.
»Hast du vielleicht zufällig noch eine Wasserflasche im Auto?«
Tom riss mich aus meinen Gedanken. Ich schaute auf und schüttelte missmutig meinen Kopf.
»Ne sorry. Daran hab ich leider nicht gedacht. Wusste ja nicht, dass mein Motor den Geist aufgeben würde, nur weil ich einmal ausnahmsweise schneller als 50 Meilen fahren würde.«
»Also ich hab dich mehr als einmal daran erinnert, dass dein Auto die wilde Fahrt wohl nicht lange
mitmachen würde«, sagte Tom.
»Du hast darauf nicht reagiert, sondern weiter mit angespanntem Kiefer und runtergetretenem Gaspedal die Autos vor dir hergescheucht.«
Ich wischte mit dem Arm durch die Luft.
»Weißt du Tom, was ich noch weniger gebrauchen kann als eine Motorpanne?«
»Ne sag an«, gab Tom zurück.
»Deine Klugscheißerei!« Ich wusste natürlich das er Recht hatte, aber die Sorge um Alison hatte mich alle Vorsicht vergessen lassen. Ich wusste gerade nicht weiter und meine Angst um sie wurde
verständlicherweise immer größer.
Ich drückte meinen müden Körper wieder in die Senkrechte und starrte die immer noch qualmende
Blechkarre an. Meine Blicke streiften über den Parkplatz, aber außer uns hatte wohl sonst niemand Lust auf eine kleine Pause. Ein kalter Wind pfiff über den kargen Platz und ich zog den Reißverschluss meiner Jacke ein wenig höher. Ich öffnete die Beifahrertür und setzte mich schräg auf den Sitz. Irgendwo musste doch meine alte Straßenkarte sein. Ich durchwühlte mein Handschuhfach. Alte Schokoriegelverpackungen, ein paar Ersatzsicherungen und ein bisschen Kleingeld. Na hervorragend. Genau das, was ich jetzt gebrauchen könnte, war natürlich nicht zu finden.
»Suchst du was Bestimmtes?«, fragte Tom.
»Meine alte Straßenkarte«, brummelte ich zurück.
»Manche Leute sind ja schon im 21ten Jahrhundert angekommen und besitzen ein Navi«, höhnte Tom.
Mit säuerlicher Miene schaute ich ihn an. Sein Grinsen verflog.
»Schon gut, schon gut. Tut mir leid. Ich habe auch Angst um Alison, aber wenn wir hier Trübsalblasen, können wir ihr auch nicht helfen.
Außerdem weiß ich, wo dein Kartenmaterial zu finden ist.«
»Und das wäre Tom?«, gab ich leicht gereizt zurück.
»Schau mal unter deinem Fahrersitz nach.«
Ich verbog mich, um unter den Fahrersitz mit meiner Hand zu nesteln, und bekam ein Stück Papier zu
fassen. Als ich daran zog, kam die Karte zerknittert und verstaubt zum Vorschein.
»Wie ist sie denn darunter geraten?« Verwundert kratzte ich mich am Kopf. Zuletzt hatte sie Alison noch gebraucht, um unseren Weg nach Clapham herauszufinden.
»Ich habe gesehen, wie du sie, als wir in Clapham ankamen, unter deinen Sitz gestopft hast.«
Tom schien zufrieden mit sich. Ich breitet die Karte auf meinen Knien aus und strich sie ein wenig glatt.
Mein Finger fuhr unsere bisher zurückgelegte Strecke nach und kam an der Markierung für den Rastplatz zum Stehen.
»Wir haben gerade mal die Hälfte des Weges hinter uns gebracht. Mit dem Wagen wären es vielleicht noch eine Stunde Fahrt gewesen.« Ich grübelte, ob es eine Möglichkeit geben würde, unser Ziel anderweitig zu erreichen. Zu Fuß war es viel zu weit und ich hätte das meiste Gepäck hier lassen müssen. Außerdem bräuchte ich das Auto vor Ort. Es war wirklich zum Verrücktwerden. Man konnte das Gefühl bekommen, dass uns irgendeine fremde Macht davon abhalten wollte, an unserem Ziel anzukommen.
Ich haderte noch mit mir selbst, als ich das Quietschen von Bremsen hörte. Überrascht blickte ich auf und sah in Toms Gesicht.
Er wies mit der Hand nach links hinter unser Auto.
»Wir haben Besuch bekommen«, sagte er.
Ich faltete die Karte wieder zusammen und legte sie auf das Armaturenbrett.
Man konnte hören, wie die Autotür des Wagens, der gerade angekommen war, geöffnet wurde und dann wieder ins Schloss fiel.
Es war ja nichts Ungewöhnliches daran, dass jemand auf einem Rastplatz hielt, aber ich war neugierig, ob es jemand wäre, der mir vielleicht mit meinem Autoproblem helfen könnte.
Also stemmte ich mich wieder aus meiner Sitzposition hoch und schaute mir den Neuankömmling an.
Eine junge Frau war mit ihrem Wagen angekommen. Das wars dann wohl mit der Hilfe für meinen Motor.
So wie die Frau aussah, war sie mehr künstlerischen oder filigranen Hobbys zugetan. Sie schien schon eine längere Fahrt hinter sich gehabt zu haben, denn sie dehnte und streckte sich ausgiebig. Ihr kurzes blondes Haar war wirklich auffallend. Es glänzte silbrig im Sonnenlicht. Sie war eher klein und hatte eine entzückende Figur. Als Kleidung hatte sie sich eine Jeans Latzhose ausgewählt. Ein Träger baumelte lässig nach unten. Die Hosenbeine waren hochgekrempelt und die Füße steckten in Ledernden Flip Flops.
Obwohl es nicht gerade sommerlich warm war, bestand ihre Oberbekleidung nur aus einem eng anliegenden weißen Top. Sie ließ noch ein paar Mal den Rumpf kreisen und erblickte mich dann. Sie stockte kurz, hob dann aber die Hand zum Gruß und schlappte zu mir herüber.
Kurz registrierte ich Tom an meiner Seite, der unüblicherweise mal den Mund hielt.
»Hey. Auch kleines Päuschen machen?«, begrüßte mich Blondi.
Vom Nahen sah sie noch attraktiver aus. Ein kleines Stupsnäschen mit ein paar verstreuten Sommersprossen.
Schön geschwungene Lippen und große braune Augen schauten mich keck an.
Sie stemmte die Hände in die Hüften und blickte mich fragend an. Ein wenig erinnerte mich ihre
Ausdrucksweise an Alison und ein Stich bohrte sich durch mein Herz.

Kurzvita:
Rudolf Otto Schäfer wurde 1968 in Lennestadt geboren und ist seit 2013 freier Autor.
Für die Fantasybuchreihe um den Geisterjäger Fletcher hat er bis heute 3 Romane verfasst. Vor kurzem erschien der dritte Band, der Fantasy Serie "Bluthochzeit -Fletchers Kampf-".
Seine Mystery Jugendbuchreihe "Shadow Town" beschreibt die Abenteuer einer Gruppe Jugendlicher in einer amerikanischen Küstenstadt. Bisher erschienen ist Band I "Die Ankunft".
Weiterhin entstand das Kinderbuch »Kiara und das Schimpfmonster«. Vom Alogino Hörbuchverlag München, wurde der erste Band der Fletcher Serie und  "Kiara und das Schimpfmonster" produziert. Momentan wird der zweite Teil der Fletcher Serie "Das dunkle Ritual" vertont. Die aufwendig produzierten Hörbücher können über audible erworben werden.
Er lebt seit 2002 in Unna bei Dortmund.

Sonntag, 8. Oktober 2017

DAS ERBE DER BARONE VON HOFSTETTEN, Dritter Teil: DAS PHARAONENGRAB* Aus der REIHE Max und Micha, die Junior-Detektive vom Wolfgangseevon Klaus Kurt Löffler

 
KLAPPENTEXT: 

Die Königsmumie im Mausoleum beunruhigt die Bewohner des Sarazenenschlössl. Max und Micha werden nach West-Theben geschickt, um den früheren Diener der Familie Abdulla nach der Herkunft der Altertümer zu befragen. Als von den Jungen jede Nachricht ausbleibt, befürchten Tessi und ihr Vater, dass den beiden etwas zugestoßen sei, und begeben sich auf die Suche. In el Kurna kann niemand etwas über den Verbleib der Jungen sagen. Sie wollten ein Ausgrabungslager im Tal der Könige aufsuchen, wo Abdulla arbeitet. Dort sind sie aber nicht angekommen, wie der beteuert. Er hilft bei der Suche, die aber erfolglos bleibt. Dann bietet ein Unbekannter seine Hilfe an. Können Vater und Tochter ihm trauen oder geraten sie selbst in Gefahr? Denn den Grabräubern, die ein noch unbekanntes Königsgrab entdeckt zu haben scheinen, ist jedes Mittel recht.
Veröffentlicht als eBook und Print bei Amazon.


Leseprobe

Während Tessi noch überlegte, was sie ihrem Vater von den Gesprächen berichten sollte, trat ein dunkelhäutiger Ägypter in europäischer Kleidung an ihren Tisch und nahm unaufgefordert Platz.
Bevor der Baron dagegen protestieren konnte, kam der uneingeladene Tischgast zur Sache. »Ich sehe davon ab, mich vorzustellen«, äußerte er kalt. »Denn für das, was ich mit Ihnen zu besprechen habe, ist es besser, wenn Sie nicht wissen, wer ich bin ... Ich habe gehört, dass Sie nach dem Verbleib zweier Jungen forschen, die in Ihrem Auftrag unterwegs waren. Ich könnte Ihnen bei der Suche behilflich sein, da ich den - übrigens unfreiwilligen - Aufenthalt kenne. Wir erwarten aber eine Gegenleistung. Im Nachlass Ihres Vaters befinden sich gewisse Gegenstände, die uns gehören und die wir zurückhaben wollen.« 
»Ich weiß nicht, wovon Sie sprechen«, erwiderte von Hofstetten verwundert. »Ich habe erst vor kurzem das Erbe angetreten und bin noch dabei, die Hinterlassenschaft zu sichten.« 
»Es handelt sich um die Altertümer, die der Botschafter in seinem Hause in einer unterirdischen Kammer verwahrte.« 
»Um darüber Aufschluss zu erlangen, sind die Jungen hergereist! Stammen sie aus einer legalen Quelle?«
»Ihre Frage ist sicherlich nicht ernst gemeint! Eine solche erlesene Ansammlung finden Sie sonst nur im Museum.« 
»Dann gehören sie auch dorthin und an keinen anderen Platz. Ich werde mich nicht an der Verschiebung illegal ausgeführter Altertümer beteiligen, die unrechtmäßig aus einer Grabstätte entfernt wurden.« 
Der Fremde lachte. »Ihre Mitwirkung ist nicht nötig. Wir sind auch so in der Lage, uns wieder in den Besitz der Sachen zu setzen, die der Botschafter für uns verwahrt hat. Von Ihnen erwarten wir nur, dass Sie Stillschweigen über die Sache bewahren. Das liegt übrigens auch im eigenen Interesse. Sie werden kaum daran interessiert sein, dass die Rolle Ihres Vaters bei dieser heiklen Angelegenheit öffentlich bekannt wird.« 
»Das ist richtig! Woher sollen wir aber wissen, dass Sie Wort halten und die Jungen tatsächlich freigeben?« 
»Sie gehen kein Risiko ein. Ich werde vorleisten, damit Sie sehen, dass Sie uns vertrauen können. Ich bringe Sie zu dem Ort hin, an dem sich die Jungen - ich hoffe noch lebend! - befinden.« 
Von Hofstetten wollte wegen des zynischen Einschubs heftig erwidern, als ihn seine Tochter mahnend am Ärmel zog. Er nahm sich zusammen. »Wie lange brauchen wir, um dorthin zu gelangen?«, fragte er stattdessen.
»Ich werde Sie mit dem Jeep hinfahren. Das wird die Sache beschleunigen. Ich muss Ihnen aber die Augen verbinden, weil der Ort geheim ist.« 
»Wieso bringen Sie die Jungen nicht einfach zu uns?«, fragte Tessi.
»Weil ich für meine Sicherheit fürchten müsste.« 
»Sie vertrauen uns also auch nicht?«
»Ich bin Geschäftsmann und wahre nur meine Interessen. Die Übergabe wird in den Bergen im ›Niemandsland‹ stattfinden, sodass ich mich ungehindert entfernen kann.« 
»Und wie kommen wir wieder zurück?«
»Ein paar Stunden Fußmarsch werden Ihnen gut tun! Das gibt uns den Vorsprung, den wir brauchen ... Aber entscheiden Sie sich jetzt, ob Sie auf meinen Vorschlag eingehen wollen. Meine Zeit ist begrenzt.« Mit diesen Worten stand der Fremde auf und machte Anstalten, sich zu entfernen. Dann drehte er sich nochmals um: »Kein Wort zu niemandem«, befahl er. »Sonst betrachte ich unsere Abmachung als erledigt und Sie sehen die Jungen nie wieder.« 
Tessi und ihr Vater erhoben sich verschreckt. »Können wir nicht wenigstens …?«, versuchte von Hofstetten Zeit zu gewinnen.
»Nein!«, unterbrach der Ägypter. »Sie gehen so, wie Sie sind, oder gar nicht. Alles andere wäre für mich ein unnötiges Sicherheitsrisiko.« 
Von Hofstetten sah ein, dass er sich fügen musste und folgte dem Unbekannten ohne weitere Einwände. Tessi zögerte einen Moment, als sie an Ahmeds nächtliche Warnung dachte. War das der vorausgesagte Versuch, sich nun auch der Retter zu bemächtigen, nachdem man schon Max und Micha ausgeschaltet hatte? ... Wohl kaum! Ahmeds Befürchtungen, schienen sich als unbegründet zu erweisen: Dagegen sprach die Tatsache, dass sich der Grabräuber ihnen vor aller Augen im Frühstücksraum genähert hatte. Das wäre wohl kaum geschehen, wenn er ihnen ans Leben wollte. Nach seinen Erklärungen handelte es sich bei der Entführung der Jungen zudem um eine Art Kidnapping, mit dem man sich in den Besitz der Altertümer unter dem Hause des verstorbenen Botschafters setzen wollte. Das war eine plausible Begründung, die den Zugriff auf die Jungen genügend erklärte.
Ein gewisses Risiko blieb. Aber das mussten sie eingehen. Sie durften keinesfalls die Chance, die Jungen zu befreien, aus Überängstlichkeit vertun. Im Übrigen hatte sich ihr Vater bereits entschieden und der Handel galt wohl nur für beide zusammen oder gar nicht.


Klaus Kurt Löffler:
Als studierter Jurist war ich zuletzt als Vorsitzender Richter am Landgericht tätig. Nach meiner Pensionierung habe ich während eines Aufenthalts in St. Wolfgang am Wolfgangsee mit dem Schreiben von Jugendbüchern angefangen. Der Schauplatz und meine beruflichen Erfahrungen wollten es, dass es Detektivgeschichten wurden, in denen die Landschaft eine entscheidende Rolle spielt. Es steht bei mir aber nicht das Verbrechen, sondern das hinter ihm stehende Rätsel im Vordergrund. Denn meine Junior- Detektive lösen ihre Fälle mit Köpfchen.
Link zu meinem Shop, meiner Facebook-Autoren-Seite, meinem Twitter-Account, Büchern bei Amazon und meiner Amazon Autorenseite

Sonntag, 10. September 2017

Mumienspuk: Das Erbe der Barone von Hofstetten - Zweiter Teil von Klaus Kurt Löffler






KLAPPENTEXT:
Baroness Tessi von Hofstetten bewohnt jetzt zusammen mit ihrem Vater den Stammsitz der Familie in St. Wolfgang. Als der Baron verreisen muss, übernehmen Max und Micha den Schutz des Mädchens. Der erweist sich als dringend notwendig. Denn eine Königsmumie erwacht aus einer geheimen Grabstätte im Kellergewölbe und beginnt die Bewohner zu terrorisieren. Offenbar hat sie Tessis Großvater, der früher Botschafter in Ägypten war, mitgebracht und schwere Schuld auf sich geladen, die sich jetzt an seinen Erben rächt. Können die Kids dem Spuk ein Ende setzen und dem Verhängnis entgehen?

Erhältlich bei Amazon.

LESEPROBE:
Zweites Kapitel: Hausspuk
In diesem Augenblick ging das Licht aus, was Tessi mit einem Angstschrei quittierte. Mit keuchendem Atem schob sich jemand in den Raum und näherte sich mit schweren Schritten. Tessi sprang auf und flüchtete zu Max, der ebenfalls aufgesprungen war. »Tu was!«, flüsterte sie dem Jungen ins Ohr, während sie ihn von hinten umschlang. Dieser hatte schon selbst erkannt, dass er etwas unternehmen musste. Er machte sich frei und schleuderte seinen Sessel dem Eindringling entgegen. Er musste getroffen haben, wie ein Scheppern bewies, als Holz auf Holz traf. Aber der Spuk war noch nicht zu Ende. Ein furchtbares Stöhnen ertönte und dann setzten die Schritte wieder ein.
Wenn ich nur etwas sehen könnte, dachte Max. Wie soll ich es im Dunklen mit einer Kreatur aufnehmen, dessen Natur mir nicht einmal bekannt ist. Da fiel ihm ein, dass er für alle Fälle seine Stabtaschenlampe eingesteckt hatte. Er griff in die Hosentasche und zog sie heraus, während die Schritte näherkamen. »Hoffentlich ist die Batterie noch nicht leer«, betete er. 
Dann betätigte er den Schalter und ein dünner Lichtstrahl traf ein grässliches Antlitz, aus dem weiße Augäpfeln furchterregend starrten.
»Es ist der schwarze Wächter aus der Halle«, flüsterte es entsetzt hinter ihm. »Er ist zum Leben erwacht und kommt uns jetzt holen!« 
»Bleib ruhig!«, raunte Max zurück. »Ich hab ihn gestoppt: Er ist nur im Dunkeln aktiv.« 
Als wollte er die Worte Lügen strafen, setzte sich der Wächter wieder in Bewegung. Kämpfen hat wohl keinen Sinn, überlegte Max. Der Wurf mit dem Sessel hat ihm nichts anhaben können. Jemand, der nicht lebt, kann auch nicht getötet werden. Ich muss versuchen, ihn irgendwie zu überlisten. Warum ist er gerade jetzt aktiv geworden, obwohl Tessi schon seit mehreren Tagen im Haus lebt? Hat es was mit meinem Besuch zu tun?
Max trat dem Angreifer einen Schritt entgegen und hob abwehrend beide Hände. »Halt!«, gebot  er mutig.  »Sag, warum du uns heimsuchst.«
»Die Stunde der Abrechnung ist gekommen!«,  schallte es hohl durch den Raum. »Die Erben der Grabschänder und ihrer Helfer müssen jetzt verantworten, was ihre Vorfahren getan haben.«
»Was soll das gewesen sein? Es ist uns nichts davon bekannt.«
»Die heilige Ruhe des Grabes ist verletzt und die Totenwelt gestört worden. Der Frevel wird bis ins letzte Glied gesühnt!« 
»Dann hast du Pech gehabt!«, äußerte Max nachdrücklich. »Dem Mädchen kann kein Leid zugefügt werden. Denn sie steht unter dem Schutz eines Mächtigeren.« 
Das schien Eindruck zu machen. Die Kreatur tat verblüfft. Dann äußerte sie: »Du meinst doch nicht etwa deine eigene Person, die ich zu Brei zerstampfen werde, wenn sie mich aufhalten will.«
»Nein«, erwiderte Max tapfer. »Es ist ein großer Dschinn, den ein Vorfahre des Mädchens aus dem Heiligen Land mitgebracht hat, als er dort gegen die Ungläubigen kämpfte.«
»Dann soll er sich zeigen, damit ich sehe, ob er tatsächlich mächtiger ist als ich.«
Max überlegte fieberhaft, wo er den erfundenen Geist hernehmen sollte. Dann kam ihm die Erleuchtung, als sein Blick auf den Heidelbeermost fiel, den sie gerade getrunken hatten. »Er steckt in der Flasche«, sagte er geistesgegenwärtig und nahm sie in die Hand. »Wenn du darauf bestehst, werde ich den Geist rauslassen. Ich muss dich aber warnen: Ich habe dann keine Gewalt mehr über ihn … und er ist voller Grimm und Zerstörungswut.  Als er das letzte Mal die Freiheit erhalten hat - es war vor dreitausend Jahren - wollte er alles vernichten. Er konnte nur durch eine List nochmals in die Flasche gesperrt werden, in die er sicherlich nicht freiwillig zurückkehren wird.«
Der Schwarze wurde unsicher. »Sprichst du auch die Wahrheit? Woran soll ich erkennen, dass du mich nicht anlügst, um dein Leben zu retten.«
»Siehst du nicht, dass ich keine Furcht vor dir habe? Ich weiß mich im Schutz eines Stärkeren.«
»Dann verschone ich euch für den Augenblick«, sagte die Stimme. »Aber nur, wenn du mir die Flasche aushändigst.«
»Die Flasche aushändigst?«, wiederholte Max verblüfft. »Was willst du damit?«
»Ich habe Durst und möchte auch etwas Heidelbeermost trinken.« Dabei ging das Licht wieder an und Micha kam lachend vom Lichtschalter neben der Tür, den er gerade wieder betätigt hatte.

Klaus Kurt Löffler:
Als studierter Jurist war ich zuletzt als Vorsitzender Richter am Landgericht tätig. Nach meiner Pensionierung habe ich während eines Aufenthalts in St. Wolfgang am Wolfgangsee mit dem Schreiben von Jugendbüchern angefangen. Der Schauplatz und meine beruflichen Erfahrungen wollten es, dass es Detektivgeschichten wurden, in denen die Landschaft eine entscheidende Rolle spielt. Es steht bei mir aber nicht das Verbrechen, sondern das hinter ihm stehende Rätsel im Vordergrund. Denn meine Junior- Detektive lösen ihre Fälle mit Köpfchen.
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Sonntag, 3. September 2017

Erkül Bwaroo auf der Fabelinsel von Ruth M. Fuchs



Klappentext:
Graf Alexander von und zu Saragessa ist der Regent einer Insel, die vor allem von Fabelwesen bewohnt wird. Als zwei Geißenmädchen ermordet werden, spricht alles dafür, dass der einzige auf der Insel lebende Wolf der Mörder ist. Doch Alexander von und zu Saragessa ist sich da nicht so sicher und bittet Erkül Bwaroo um Hilfe. Der Elfendetektiv wappnet sich also gegen seine Seekrankheit und reist auf die Insel. Schnell muss er erkennen, dass Fabelwesen so ihre Eigenheiten haben. Und das Morden ist noch nicht zu Ende.
Auch in seinem zweiten Fall steht dem Elfen mit dem stattlichen Schnurrbart und dem belgischen Akzent sein unerschütterlicher Diener Orges zur Seite. Allerdings wird der von den amourösen Absichten einer Katzenfrau etwas abgelenkt. Und welche Rolle spielt Bernard Fokke, den man auch den Fliegenden Holländer nennt?
Die Reihe „Erkül Bwaroo ermittelt“ ist eine humorvolle Hommage an Agatha Christie und ihren berühmten belgischen Detektiv - echte Krimis, aber vielleicht auch mit ein bisschen Märchen für Leser ab 16.
Erhältlich bei Amazon, Weltbild, Shop.Autorenwelt.de und Thalia.

Leseprobe:
Bwaroo sticht in See
Erkül Bwaroo stand an der Reling und blickte gequält in die Gischt. Obwohl die Sonne schien, hatte er drei Seidenschals um den Hals geschlungen und trug außerdem noch einen Mantel. Ja, gegen die Gefahr eines Schnupfens hatte er alles unternommen, aber was konnte man schon gegen die Seekrankheit tun? Der Elf fühlte sich überhaupt nicht wohl. Da half es auch nicht, einfach nicht daran zu denken, wie ihm sein Diener Orges geraten hatte. Erkül Bwaroo wusste, dass er seekrank wurde, sobald er auch nur einen Fuß auf ein Schiff setzte. Und genau so geschah es auch.

„Sieh mal“, hörte er da eine hohe, fast schon schneidende Frauenstimme ein Stück neben sich, „dieses helle Grün ist genau die Farbe, die mein neues Abendkleid haben soll!“

„Welches helle Grün?“ fragte jemand neben ihr, der offenbar ihr Mann war.

„Na, wie das Gesicht dieses Elfen da! Das ist genau die Farbe.“

Unwillig wandte Bwaroo den Kopf in Richtung der Stimme und gewahrte eine pummelige Frau mittleren Alters, die mit dem Finger auf ihn wies. Ihr Gatte neben ihr fühlte sich sichtlich unwohl in seiner Haut. Ob es daran lag, dass seine Frau ein neues Kleid haben wollte oder weil ihm ihre Unhöflichkeit peinlich war, ließ sich unmöglich sagen.

„Ja, Liebling“, presste er schließlich hervor und wandte sich in die andere Richtung, um zu gehen. Aber seine Frau war noch nicht fertig: „Komischer kleiner Kerl“, sie sprach nun nur noch halblaut, doch Bwaroo hatte ausgezeichnete Ohren und verstand jedes Wort. „Guck mal, für einen Elfen ist er aber ziemlich klein. Das ist doch ein Elf oder? Mit einem Kopf wie ein Ei. Vielleicht ist er ja auch ein Mischling. Und er muss kugelrund sein. Obwohl man das ja nicht genau sagen kann, so eingemummelt wie er ist. Bei diesem herrlichen Wetter! Meinst du, der Schnurrbart ist echt?“

Bien sûr, Madame“, wandte Erkül Bwaroo sich da direkt an sie. „Selbstverständlich ist mein Schnurrbart echt. Wie alles andere übrigens auch, einschließlich meiner Anfälligkeit für Zugluft.“

Wenn er die Absicht gehabt hatte, die Dame in Verlegenheit zu bringen, hatte er keinen Erfolg. Sie lächelte und nickte. Nur widerstrebend ließ sie sich von ihrem Mann wegführen, der zunehmend beschämt schon eine geraume Weile an ihrem Ärmel zupfte.

Der seekranke Elf nahm derweil genau in der Mitte der Bank Platz, die sich vor der Brücke des Postschiffs befand. Dort, so würde er jedem erklärt haben, der ihn danach gefragt hätte, schlingerte das Boot am wenigsten. Wobei man sagen muss, dass das Boot ohnehin nicht schlingerte, denn die See war spiegelglatt und völlig ruhig. Und Bwaroo benahm sich, als würden sie das Meer bei einem Sturm mit Windstärke 7 befahren. Dass ihn das vielleicht lächerlich erscheinen ließ, war ihm, das muss man bewundernd anmerken, völlig egal.

Erkül Bwaroo zupfte seine Seidenschals zurecht und dachte daran, wie er nur in die missliche Situation hatte geraten können, mit diesem Schiff auf dem Meer zu reisen.

Es war nun vier Tage her, dass ihn eine Winddepesche erreicht hatte. Solche Depeschen waren die neueste Mode. Man fing dazu auf magische Art einen Windhauch ein, der dann einen Brief durch die Luft transportierte. Das ging wesentlich schneller als jeder Botendienst und war inzwischen auch für Nichtzauberer nutzbar. Die verschiedenen Vereinigungen der Berufsboten hatten anfangs protestiert und ein Verbot dieser Windnutzung gefordert – mit der Begründung, es handele sich hier um nicht vertretbare Luftbewegungsquälerei. Jedoch stellte sich schnell heraus, dass so ein Wind nicht mehr als ein einzelnes Blatt tragen konnte und dass es sich insgesamt um einen Luxus handelte, den sich nur wirklich betuchte Menschen leisten konnten. Die Botendienste waren überhaupt nicht gefährdet und verebbte auch die Besorgnis um das Wohlbefinden der Winde.

Der Absender der Depesche an den Elfendetektiv war in der Tat reich genug, sich haufenweise Winddepeschen leisten zu können: Graf Alexander von und zu Saragessa, Hochwohlgeboren und gewählter Regent der Insel Saragessa im Jaspischen Meer bat um einen Termin bei Erkül Bwaroo.

Vita
Ruth M. Fuchs kam nach München, um Verwaltungswissenschaften zu studieren. Nach dem Diplom blieb sie und lebt inzwischen mit ihrem Ehemann in der Nähe von München. Ihren künstlerischen Ausdruck suchte sie zuerst in der bildenden Kunst. Sie modellierte Softskulpturen, die sie auf mehreren Ausstellungen in Deutschland und Österreich präsentierte. Als sie, eigentlich durch Zufall, die Herausgeberin des Magazins "Neues aus Anderwelt" wurde, begann sie auch zu schreiben. Inzwischen hat sie das Modellieren hintangestellt und widmet sich ausschließlich der Tätigkeit als Schriftsteller.
Ihr erstes Buch, das Sachbuch Die wunderbare Welt der Elfen und Feen, erschien auf 2003 auf Anregung des Eulen Verlags. Inzwischen ist sie jedoch ins Romanfach gewechselt. Besonderen Erfolg hat sie dabei mit der humorvollen Reihe "Erkül Bwaroo ermittelt". Aber sie hat auch noch andere Romane und Kurzgeschichten zu bieten: spannend, skurril und ironisch. Mehr darüber unter www.ruthmfuchs.de