Sonntag, 26. Juni 2016

Rowan - Kampf gegen die Drachen von Aileen O'Grian



Band 1 der Kurzromanreihe um den Magier Rowan
Rowan besitzt schon als Kind die magischen Fähigkeiten der Familie – so zum Beispiel mit Heil-Liedern, Handauflegen, Pflanzen und Kräutern zu kurieren und mit Tieren zu sprechen. Sein Großvater Bunduar, ein mächtiger Großmagier, fördert Rowans Begabungen und bereitet ihn darauf vor, einmal sein Nachfolger und ein bedeutender Beschützer des Magierreichs zu werden. Dabei möchte Rowan viel lieber wie seine Freunde ein edler Ritter werden. Als Drachen in das Land einfallen und die Menschen bedrohen, erkennt Rowan schließlich, wie wichtig Magier sind.

 
Leseprobe:

 
Mardok und Ottgar stellten sich neben einen großen Stein ins Wasser und warteten. Rowan hatte noch nie gesehen, wie jemand mit bloßen Händen Fische fing. Großvater und Mutter aßen keine Tiere. Und ihr Nachbar, Bauer Rotur, benutzte dazu Netze. Manchmal half Rowan ihm beim Fischen.
Eine Weile schaute Rowan seinen beiden Freunden zu. Sobald ein Fisch in ihre Nähe kam, bückten sie sich und griffen mit beiden Händen zu. Mardok erwischte auch bald einen, Ottgar griff mehrmals daneben. Er war zu ungeduldig und wartete nicht lange genug, wie Rowan schnell erkannte. Rowan suchte sich einen anderen Stein und stieg ins Wasser. Es dauerte nicht lange, da schwamm eine Forelle vorbei. Lautlos und langsam bewegte sich Rowan und hatte sofort den Fisch gegriffen. Doch er spürte die Angst des Tieres, und sobald er es aus dem Wasser hob, auch den Schmerz und die Atemnot. In seiner Todesangst wand sich der Fisch in seinen Händen und Rowan ließ verschreckt los.
„Hättest du nicht besser festhalten können? So ein großer Kerl“, schimpfte Mardok. Doch Rowan wandte sich ab und stieg wieder aus dem Wasser. Ottgar kam hinterher.
„Was ist los?“, fragte er.
Rowan zuckte die Achseln. „Nichts.“
„Blödsinn, sag schon.“ Ottgar sprach leise, damit Mardok nichts verstand.
„Ich habe gespürt, wie der Fisch litt“, murmelte Rowan leise. Nicht leise genug, denn Mardok war herangetreten und hatte es gehört.
„Blödsinn, Fische spüren nichts.“
„Doch, sie leiden sehr, wenn man sie fängt.“ Rowan konnte nicht verstehen, dass seine Freunde den Schmerz der Tiere nicht fühlten. Schade, dass Ottgar so gar nichts von der magischen Begabung seiner Vorfahren geerbt hatte. Sie wären sonst sicher noch viel besser miteinander ausgekommen.
„Dummheit, wir würden verhungern, wenn wir kein Fleisch und keine Fische essen würden.“
Rowan antwortete ihm nicht, sondern lief zur Burg. Er musste seinen Großvater fragen, warum sie keine Tiere aßen. Und sie verhungerten trotzdem nicht! Aber Großvater war nirgends zu finden. Er war weder in seinen Räumen, in denen er studierte, arbeitete und schlief, noch in den Ställen.
Als Roman eintrat, versuchte der Pferdeknecht Karduar gerade, ein neugeborenes Fohlen an die Zitzen der Stute zu schieben, doch die drehte sich weg und wollte das Fohlen nicht trinken lassen. Peruan beobachtete die Situation besorgt. „Wir müssen es mit der Hand aufziehen.“
„Ich habe schon versucht, es einer anderen Stute unterzuschieben, aber das hat nicht geklappt.“ Karduar drängte die Stute in die Ecke und Peruan hielt ihren Kopf mit Gewalt fest. Aber sie wehrte sich und trat nach ihnen. Auf diese Weise konnte das Fohlen nicht trinken.
Enttäuscht wollte Rowan gerade den Stall verlassen, als seine Freunde kamen. Sie hatten ihre Fänge in der Küche abgegeben und wollten sich das kleine Fohlen anschauen.
„Großvater, Rowan hatte so eine große Forelle gefangen und sie wieder entkommen lassen, weil er angeblich den Schmerz des Fisches gespürt hat.“ Mardok zeigte mit seinen Händen, wie groß das Tier gewesen war.
„Magier spüren mehr als wir, Mardok. Nur deshalb können sie mit Elfen und Geistern in Kontakt treten.“
„Aber unsere Leute brauchen doch etwas zu essen“, verteidigte sich Mardok.
„Es ist auch nicht verboten, Fleisch und Fisch zu essen. Aber erwachsene Magier und Priester essen so etwas nicht.“
„Rowan ist doch ein Kind, er ist zwei Jahre jünger als ich.“
Peruan lachte. „Lass ihn in Frieden, er weiß selbst am besten, was gut für ihn ist.“ Er ging mit Mardok und Ottgar aus dem Stall und nickte Rowan aufmunternd zu.
Als sie gegangen waren, sagte Karduar: „Natürlich leiden Tiere unter Schmerzen und Angst. Wer spürt, was die Tiere fühlen, kann besser mit ihnen umgehen. Du bist der beste Reiter von euch dreien, weil du mit den Tieren sprichst.“
Rowan lächelte Karduar an. Er trat näher und schaute, wie Karduar das Fohlen aus der Box trug.
„Sie hat Schmerzen.“
Karduar setzte das Fohlen ab. „Was sagst du da?“
„Die Stute hat Schmerzen, deshalb lässt sie das Fohlen nicht an das Euter.“
Karduar betrat noch einmal die Box, Rowan folgte ihm und tätschelte den Kopf der Stute, dabei murmelte er leise etwas, während Karduar die Zitzen abtastete.
„Du hast recht. Heiß und geschwollen. Vielleicht kann dein Großvater helfen.“
Er brachte das Fohlen in die Nachbarbox, dann ging er gemeinsam mit Rowan zum Falkner, wo er Bunduar vermutete. „Der neue Adler hat sich ein Bein gebrochen“, erklärte Karduar.
Bunduar stand neben dem Falkner und beobachtete einen frisch abgerichteten Habicht, der am Himmel kreiste. Auf einer Stange saß der Adler mit einem bandagierten Bein. „Das wird wieder.“ Bunduar nickte Karduar zu.
„Die junge Stute lässt ihr Fohlen nicht trinken, wir dachten erst, es wäre, weil es ihr erstes ist, aber Rowan meinte, sie habe Schmerzen, und tatsächlich sind ihre Zitzen heiß und geschwollen.“
„Dann werde ich es mir einmal ansehen.“ Er ging aber nicht gleich zum Stall, sondern suchte seine Arbeitsstube auf. Dort nahm er einige Kräuter aus seinen Säcken, zerrieb sie im Mörser und vermischte sie mit Fett.
Rowan erzählte seinem Großvater, während dieser arbeitete, von dem Fisch. „Mardok war böse, weil ich ihn losgelassen habe.“
„Natürlich spüren Tiere Schmerzen und Angst. Deshalb muss man sie gut behandeln. Und man darf Tiere nur töten, wenn es nötig ist.“
„Zum Essen ist es nicht nötig. Du isst doch auch kein Fleisch“, stellte Rowan fest.
„Fleisch macht stark. Ritter müssen es deshalb essen; außerdem reicht die Ernte häufig nicht für alle. Vor allem im Winter gehen die Vorräte oft aus, und dann muss man Tiere schlachten oder auf die Jagd gehen.“
Rowan dachte darüber nach. Sein Großvater füllte die Salbe in eine Holzdose, murmelte ein Gebet und sang dann eins seiner Heil-Lieder. Rowan stimmte ein. Eine ganze Reihe Lieder kannte er schon auswendig, aber er würde noch viele weitere lernen müssen.
Auf dem Weg zum Stall erzählte Großvater von einem guten Pferd, dass sich bei einer Jagd ein Bein gebrochen hatte. „Ich konnte ihm nicht helfen. Da Pferde meistens stehen, heilen die Brüche nicht gut. Bevor es sich quälte und dann doch starb, habe ich es getötet.“
Rowan schluckte.
„Das gehört auch zu unserer Arbeit“, sagte Großvater.
Karduar erwartete sie schon. Bunduar betrat die Box und redete leise auf die Stute ein. Sie wurde ganz ruhig und ließ sich widerstandslos von ihm untersuchen. Schließlich verlangte er eine Schale und wies Rowan an, den Kopf der Stute zu halten und leise mit ihr zu sprechen.
Er selbst zog ein Messer aus seinem Gürtel und schnitt die entzündete Stelle auf. Übel riechender Eiter quoll aus der Wunde. Bunduar drückte mit seinen Händen, während Karduar den Eiter in der Schale auffing. Anschließend rieb Bunduar die Wunde und die Umgebung mit der Salbe ein. Er wies Karduar an, stündlich die Salbe erneut aufzutragen. Dann ging er zum Fohlen hinüber. Das Tier lag geschwächt auf dem Stroh. Er hob es hoch und trug es zu seiner Mutter hinüber. Leise stimmte er ein Lied an, das Rowan noch nie gehört hatte, und hielt das Fohlen an die Zitze. Diesmal ließ die Stute es trinken. Vorsichtshalber trug Bunduar es hinterher wieder in die Nachbarbox.
„Ich schaue nachher vorbei, dann helfen wir dem Fohlen noch einmal beim Trinken.“
Er ging zum Brunnen und wusch sich die Hände und Unterarme, dazu holte er ein Stück Seife aus einem Beutel, der an seinem Gürtel hing. Rowan folgte seinem Beispiel.

Aileen O‘Grian
Was wäre wenn? - Fantasy als Spiel mit den Möglichkeiten
Seit Jahren schreibe ich aus Spaß am Phantasieren Märchen, Fantasy und Science-Fiction und habe diverse Kurzgeschichten in Anthologien und Literaturzeitschriften veröffentlicht.
Den Magier Rowan mag ich so gern, dass ich mir vorgenommen habe, eine Kurzromanreihe zu schreiben.
Leseproben von mir gibt es auf meinem Blog: http://aileenogrian.overblog.com/


Sonntag, 19. Juni 2016

"Die Gedankenwenderin, Buch Eins der Mentalisten-Serie" von Kenechi Udogu


Titel der Originalausgabe:
"Aversion, The Mentalist Series Book One"

Übersetzerin:
Jana Köbel

Klappentext:

Für Gemma Green hätte das erste Mal ein Kinderspiel sein sollen: Finde deine Zielperson, blicke ihnen tief in die Augen und pushe einen Gedanken in ihren Kopf, um sie vor zukünftigen Katastrophen zu bewahren – Gedankenwendung vollbracht! Ein ziemlich einfacher Prozess, wenn man bedenkt, dass die Zielperson später keine Erinnerung an die Erfahrung haben sollte. Aber Russel Tanner scheint nicht vergessen zu wollen. Im Gegenteil, je mehr sie ihm aus dem Weg geht, desto mehr drängt er darauf sie näher kennenzulernen. Gemma weiß, dass sie in Schwierigkeiten ist, aber hat sie es mit den Nebenwirkungen einer schiefgegangenen Gedankenwendung zu tun oder hat sich der Tennis-Champion der Schule wirklich in sie verliebt? 
 
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 Leseprobe:

 Kapitel 3

An diesem Nachmittag war das Pintos leer. Selbst die üblichen zwei oder drei Leute, die sonst an den klebrigen Holztischen saßen und schon am frühen Nachmittag schales Bier tranken, waren nicht anwesend. Ich hatte keine Ahnung, wie die Eigentümer es schafften Gewinn mit dem Laden zu erzielen, aber an diesem Nachmittag war der Ort perfekt für mein Gespräch mit Russel. Und ja, ich war immer noch naiv genug zu glauben, dass ein einfaches Gespräch mit ihm sowohl den Grund als auch die Lösung des Problems offenbaren würde. Ich hasste es, Geheimnisse vor meinem Vater zu haben und ich wollte diese Sache nicht unnötig in die Länge ziehen. Vielleicht müsste ich Russel nur die richtigen Fragen stellen und alles würde sich aufklären.
Er kam ein paar Minuten nach mir herein und sah sich angewidert im Café um bevor er mich bemerkte und lächelnd auf mich zukam.
»Gute Wahl. Niemand bei klarem Verstand würde hier etwas essen wollen, also sind wir definitiv sicher«, scherzte er.
Er hatte Recht. Niemals hätte ich hier etwas bestellt, denn die Tische stanken nach altem Bier und Erbrochenem. Ich wollte mir nicht vorstellen, wie es in der Küche aussah.

»Okay, ich war noch nie hier drin, aber es schien mir der perfekte Ort für eine ungestörte Unterhaltung. Und das wolltest du doch, oder? Reden?«

Russel zuckte mit den Schultern und nahm die Speisekarte, um sie zu überfliegen. »Und miteinander abhängen, wie zwei normale Jugendliche. Verstehst du das Konzept?«

Wenn er nur wüsste, dass ich das Konzept wirklich nicht verstand.

»Siehst du, das ist mein Problem. Ich verstehe nicht, weshalb du überhaupt mit mir abhängen willst. Du hast all deine anderen Freunde. Und wenn die dir auf die Nerven gehen, kannst du deine Aufmerksamkeit bequem auf jedes andere Mädchen in der Schule lenken und es würde dir mit Freuden um den Hals fallen. Du und ich, wir haben ja nicht einmal eine gemeinsame Gesprächsbasis. Warum solltest du mit mir reden wollen? Und warum jetzt?« Es fiel mir schwer, nicht gereizt zu klingen.

Russel legte die Karte zur Seite und fixierte mich mit seinen Augen. Die Intensität seines Blickes verunsicherte mich, aber ich hielt ihm stand. Ich war gut in diesem Spiel: mehr als einmal hatte ich mich gegen angsteinflößende Leute im Bus behauptet. Seltsamerweise wirkte das aber nicht bei Russel. Es war, als suchte er etwas in meinen Augen – etwas, das seine unausgesprochenen Fragen beantwortete. Etwas, das ihm half zu verstehen, was in aller Welt hier vor sich ging.

Endlich sah er weg und seufzte. »Die Wahrheit? Ich weiß es nicht. Letzte Woche bin ich eines Morgens aufgewacht und du warst in meinem Kopf. Ich hatte einen unkontrollierbaren Drang mit dir zu reden. Natürlich bist du mir schon früher aufgefallen – du bist schwer zu übersehen – aber ich hatte immer das Gefühl, dass du unnahbar wärst und mich sofort abblitzen lassen würdest. Aber an jenem Morgen fühlte ich, dass etwas anders war. Wenn ich den Mut aufbringen könnte dich anzusprechen, würde es funktionieren. Und hier sind wir, in einem schmuddeligen kleinen Café, und reden. Ich vermute mein Gefühl war richtig.« Er grinste und sah mir wieder in die Augen, während mein Gehirn versuchte diese Informationen zu verarbeiten.

Was hatte er gemeint, als er sagte ich wäre schwer zu übersehen? Ich dachte, ich hätte die Technik der Unsichtbarkeit im Laufe der Jahre perfektioniert, aber offensichtlich musste ich noch daran arbeiten. Ich war zwar erleichtert zu hören, dass er nicht mehr als ein komisches Gefühl hatte, aber nichts von dem, was er mir bisher gesagt hatte, war für mich hilfreich. Ich konnte nichts von alledem nutzen, um seine Gedanken zu korrigieren. Einen Augenblick musterte ich ihn schweigend, bis mir bewusst wurde, dass er auf eine Antwort wartete. Ich sollte ihn beruhigen, ihm versichern, dass er bei klarem Verstand war und das Gesagte durchaus sinnvoll und begründet war. Damit würde ich aber einräumen, dass Menschen plötzlich aufwachen und den unheimlichen Drang verspüren konnten, Dinge zu tun, an die sie vorher nie gedacht hätten.

Ich entschied auf vertrautem Gelände zu bleiben und auf Gegenangriff zu gehen. »Erzählst du das jedem Mädchen?«

Zuerst sah er mich verständnislos an, als er aber sah, dass ein Lächeln meine Lippen umspielte brach er in nervöses Lachen aus. Warum hatte ich kein ernsteres Gesicht machen können, als ich das sagte?

Wieder nahm er die Speisekarte zur Hand und spielte damit. »Du bist mir immer aufgefallen, Gemma. Du erinnerst dich wahrscheinlich nicht an die wenigen Male, die wir miteinander sprachen …«

»Wir haben niemals …«, begann ich zu protestieren, aber er unterbrach mich.

»Letztes Jahr auf der Exkursion zu diesem Kriegsdenkmal hast du mich gebeten dir Platz zu machen, damit du zu deinem Sitz kommen konntest.«

Ich starrte ihn ungläubig an. »Das zählt nicht.«

»Und ein anderes Mal konntest du ein Buch in der Bibliothek nicht erreichen und ich habe es für dich aus dem Regal geholt. Das war ebenfalls letztes Jahr.«

Ich war sprachlos. Diese Momente waren kaum der Rede wert. Ich hätte sie in einer Unterhaltung niemals erwähnt. Warum erinnerte er sich an diese Sachen? Es klang ja fast so, als ob … aber nein, das konnte nicht sein. Russel Tanner stand nicht auf mich. Dieses Gerede musste das Resultat meiner geistigen Manipulation sein. Ich konnte spüren, dass er glaubte die Wahrheit zu sagen, aber das bildete er sich nur ein. Warum sollte er ausgerechnet an mir interessiert sein? Und ich meinte das nicht in einer ‚Ich-bin-ein-Niemand-und-tue-mir-selbst-leid’-Art. Ich war tatsächlich ein sozialer Niemand, aber nicht unattraktiv. Ich hatte Jungs ertappt, wie sie mich anstarrten – und das schon bevor ich zwölf war und meinem Vater erklären musste, dass ich einen BH brauchte. Also konnte es nicht nur mein Vorbau sein, den sie anstarrten. Aber ich war nicht annähernd so hübsch wie einige der anderen Mädchen, mit denen er rumhing. Ich trug kein Make-up wie die meisten von ihnen (Lippenbalsam zählte nicht), obwohl ich mir die kleine Eitelkeit von Ohrsteckern erlaubte und mir Mühe gab, dass mein Haar möglichst gesund aussah. Vielleicht stand Russel auf schöne Haare und silberne Ohrstecker?

»Ich wünschte, du würdest aufhören mich anzustarren, als ob ich nur Unsinn rede.« Er klang überraschend verletzt und ich hatte beinahe Mitleid mit ihm. Aber ich musste daran denken, um was es hier ging und ihn sanft in eine andere Richtung steuern.
»Sieh mal, Russel, ich weiß, du bist davon überzeugt, dass du mein Freund sein willst, aber ich versichere dir, das wird nicht funktionieren. Wir haben nicht den gleichen Freundeskreis … was ich sagen will ist: ich habe gar keine Freunde und wir wissen beide, dass mich deine nicht mögen werden. Wenn ich aus unerklärlichen Gründen doch entscheiden sollte mit dir rumzuhängen, dann wäre es nur möglich an Orten wie diesen hier, wo uns niemand kennt. Willst du das wirklich? Was wirst du deinen Freunden erzählen, wenn sie dich fragen wo du warst? Ich weiß nicht, wie ich dich noch davon überzeugen soll, dass das hier«, ich machte eine Geste, die uns beide einschloss, »nicht praktikabel ist.«

»Ich will nichts Praktikables, ich will dich!«
 
Autorenvita:

Kenechi lebt in London und schreibt Romane und Erzählungen, die sich mit dem Fantastischen/Übersinnlichen beschäftigen.
Sie hat sieben Jugendbücher sowie Kurzgeschichten in verschiedenen Anthologien veröffentlicht.
Sie hasst Kälte und hofft, eines Tages herauszufinden, wie sie in einen Winterschlaf verfallen kann.

Sonntag, 12. Juni 2016

"Zerrissene Bande, Die Vorgeschichte zur Mentalisten-Serie" von Kenechi Udogu

 
Übersetzerin: Eva Markert

Titel der Originalausgabe: "Broken Ties: Prequel (The Mentalist Series)"

Klappentext:

Nichts war außergewöhnlich an jener Nacht, in der alles anders wurde. Es gab keine Lichter, die am Himmel aufleuchteten, kein verzehrendes Feuer in meinem Leib, kein wie auch immer geartetes Anzeichen für die Veränderung, die bevorstand. Nora Brice stellte merkwürdige Dinge mit mir an. Merkwürdige und schreckliche Dinge ...

Paul Colt hat ein Problem, und es ist keins, mit dem die meisten Jungen im Teenageralter zu kämpfen haben. Ja, es gibt ein Mädchen, für das er – sollte sich jemals die Gelegenheit ergeben – Dummheiten begehen wird, da ist er sich ziemlich sicher. Aber er darf sich nicht darum bemühen, ihr Herz zu gewinnen, und auch nicht das Herz irgendeines anderen Mädchens. Das hat er davon, dass er ein Gedankenwender ist. Er ist gezwungen, sich in die Fortpflanzungslinie der Gemeinschaft einzufügen. Er weiß, einige Regeln kann man getrost vernachlässigen, andere dürften niemals gebrochen werden. Und wie lautet die wichtigste all dieser Regeln? 

Verliebe dich nicht.
Niemals.
Dies ist die Geschichte, wie Paul diese Regel bricht.
 
Erhältlich bei Amazon 
Leseprobe:
 
FÜNF

Paul
Irgendetwas stimmte nicht mit mir. Das musste es sein. Warum sonst hätte ich denken sollen, dass es eine gute Idee wäre, Nora Brice zu küssen? Ich hatte mir immer vorgestellt, den ersten Kuss würde ich mit der auserwählten Gebärerin meines Kindes tauschen. Das heißt, wenn die überhaupt zuließ, dass ich sie küsste. Ich hatte mich gefragt, ob es für das, was wir tun durften, Grenzen geben würde. Gab es Beschränkungen für die Zuneigung, die wir uns gegenseitig zeigen konnten – nur für den Fall, wir würden feststellen, dass wir uns mochten, und uns entscheiden, etwas Skandalöses zu tun, wie zum Beispiel durchzubrennen.
Sehen wir der Wahrheit ins Auge: Ich hatte mich auch gefragt, wie es wäre, Nora Brice zu küssen. Ich war ein verblendeter Teenager, der stundenlang von einem unwiderstehlichen Mädchen träumte – keine große Überraschung hier. Trotz meiner freakigen Fähigkeiten war ich immer noch nur ein Junge, der ein Mädchen mochte. Und bei diesen tief in meinen Gedanken verborgenen Fantasien – so dachte ich – würde es bleiben.

Die Sache war bloß die, dass ich in dieser Angelegenheit keine große Wahl hatte. Mit ihren leicht geöffneten Lippen so nah und dem nach Erdbeeren duftenden Haar auf meiner Handfläche vergaß ich augenblicklich alles, was ich über die Bewahrung von Zurückhaltung gelernt hatte, während meine Sinne von einer verzehrenden Hitze erfasst wurden.

Mein Gott, ihr Haar fühlte sich sogar noch seidiger an, als ich es mir vorgestellt hatte. An diesem Abend hatte sie es in weiche Locken gelegt, wahrscheinlich in einem Versuch, für die Party glamourös zu wirken. Der Aufwand wäre nicht nötig gewesen. Sie hätte sogar umwerfend ausgesehen, wenn ihr Haar unter einer Mütze verborgen gewesen wäre oder sie es vollständig abrasiert hätte. Nicht, dass ich sie jemals dazu auffordern würde. Ich würde niemals vorschlagen, auch nur eines der Mosaiksteinchen fortzunehmen, aus denen sich dieser perfekte Moment zusammensetzte.

Ihre Lippen, runde, weiche Kissen, pressten sich gegen meine. Ihre Haut, zart gebräunt und schimmernd im warmen Licht der Straßenlaterne, bildete einen wunderhübschen Kontrast zu meiner Blässe. Unsere bereits leicht keuchenden Atemzüge beschleunigten sich gleichzeitig, als ich mit meiner freien Hand ihr Gesicht umfasste und sie näher an mich heranzog. Sie reckte die Arme, bis ihre Hände auf meinem Rücken lagen, und drückte mich noch fester an sich.

Nach so vielen Monaten der Sehnsucht war es in Wirklichkeit noch hunderttausendmal schöner, Nora zu küssen, als ich es mir je erträumt hatte. Schöner als alles, was ich je in meinem Leben erlebt hatte. Was wir taten, war falsch, verboten, doch ich konnte mich nicht bremsen. Ich konnte den zierlichen Körper, der sich an mich schmiegte, nicht loslassen. Nun, wo ich wusste, wie fantastisch sie sich anfühlte, wie unglaublich ihre Lippen schmeckten, wie sollte ich da – so wie vorher – jahrelang ausharren, bis ich einundzwanzig wurde? Wie sollte ich sie mit jemand anderem als mit mir in den berühmten Sonnenuntergang und damit in ein Happyend hineinwandern lassen?

Am meisten beängstigte mich nicht die Tatsache, dass ich es mir selbst zugestanden hatte, über eine Grenze hinauszugehen, von der ich wusste, dass ich sie noch nicht einmal versuchsweise übertreten durfte. Auch nicht die Tatsache, dass dieser Kuss sich echter anfühlte als alles andere, was ich je getan hatte. Nein, was mich am meisten erschreckte, war, dass Nora mich tatsächlich zurückküsste.
 
Autorenvita:
Kenechi lebt in London und schreibt Romane und Erzählungen, die sich mit dem Fantastischen/Übersinnlichen beschäftigen.
Sie hat sieben Jugendbücher sowie Kurzgeschichten in verschiedenen Anthologien veröffentlicht.
Sie hasst Kälte und hofft, eines Tages herauszufinden, wie sie in einen Winterschlaf verfallen kann. 

Sonntag, 5. Juni 2016

Das Vermächtnis der Feen von Brigitte Endres




Klappentext:
Als Josie ihren Vater in Chicago besucht, platzen verstörende Ereignisse in ihr Leben. Scheinbar zufällig lernt sie Amy kennen, die ihr von einem traumatischen Erlebnis berichtet. Schaudernd stellen die beiden fest, dass sie einen gemeinsamen irischen Vorfahren haben. Aber nicht genug damit, in Gestalt einer Amsel erscheint ein Bote aus dem Reich der Sidhe* und erfleht Hilfe aus größter Bedrängnis. Sein Ruf führt die Mädchen nach Irland, wo Amy kurz nach ihrer Ankunft von dunklen Mächten entführt wird. In dem ehrwürdigen Anwesen Springwood Manor, das eine wertvolle Bibliothek alter Mythen und Epen beherbergt, findet die verzweifelte Josie neue Gefährten. Allen voran Arthur, Spross einer Bardenfamilie. Aber auch Helfer aus einer anderen Realität geben sich ihr zu erkennen. Jetzt erfährt Josie von ihrem magischen Erbe, einem uralten Vermächtnis der Feen, das alle Beteiligten bis heute miteinander verbindet.
Mehr und mehr erkennt sie, dass alles, was in der Welt am Rand der Träume geschieht, von menschlichen Fantasien heraufbeschworen wird!

 *Sidhe, sprich: Schie, sind Wesen aus der irischen Mythologie.

"Das Vermächtnis der Feen" – Eine Reise in das Reich am Rand der Träume.
Für fantasiebegabte Menschen ab 12
Erhältlich bei Amazon.


Leseprobe:
In diesem Textauszug entdeckt Josie nach langem Suchen den Zugang zur Anderwelt.
 


Ein Glockenschlag zerriss das Schweigen und ließ sie zusammenzucken. Ein weiterer Glockenschlag folgte. Ein dritter, ein vierter, ein fünfter, … ein zwölfter. Josie wurde kalkweiß. Die Melodie, die sich aus den Schlägen formte und nun in purpurroten Wellen durch den Raum schwebte, kannte sie gut. Wolf war bereits beim ersten Ton aufgesprungen. Mit zitternden Flanken fixierte er die gegenüberliegende Wand.
Arthur drehte sich um. „Die Uhr!“, stellte er verblüfft fest. „Es ist die Uhr. – Aber wie …? Sie geht doch gar nicht! Ich meine – sie ist nie gegangen!“
Josie starrte auf das Zifferblatt. „Ist es tatsächlich schon Mitternacht?“
Arthur hob seine Armbanduhr. „Erst Elf.“
Josie beobachteten den großen Hund, der ohne Eile die Bibliothek durchschritt. Arthur erhob sich und folgte ihm. Josie kam zögernd nach. Hoch über ihren Köpfen standen die verschnörkelten Zeiger deckungsgleich auf Punkt Zwölf. Darüber leuchtete ein kleiner silberner Vollmond.
„Sogar die Mondphasenanzeige funktioniert wieder“, wunderte sich Arthur. „Versteh ich nicht. Angeblich hat schon mein Urgroßvater versucht, die Uhr reparieren zu lassen. Hat aber bisher noch kein Uhrmacher geschafft. – Oder hat Onkel Aaron jetzt doch noch einen gefunden?“
„Nicht, dass ich wüsste!“ Josie ging die wenigen Schritte zur Terrassentür und sah hinaus. Ein strahlender Perlmuttmond, von unglaublicher Größe, wie ihn Josie noch nie vorher gesehen hatte, blickte auf sie herab.
„Was für ein unwirklicher Mond!“, murmelte Arthur, der ihr nachgekommen war.
„Lughnasadh“, murmelte Josie und ein Gedanke platzte jäh in ihr Bewusstsein. „Heute ist Lughnasadh.“ Sie wurde kreidebleich. „Heute. – Ich muss das Portal finden!“
Arthur sah sie scheu an. „Meinst du das Portal …“
Josie nickte stumm und hoffte, dass Arthur darauf verzichtete, sie mit skeptischen Fragen zu verunsichern. Jetzt hieß es, alles daranzusetzen, nach Narranda zu kommen. Und sie wusste, jeder noch so kleine Zweifel würde dieses Ziel behindern.
Pfotenscharren riss sie aus ihrer Gedankenflut. Wie besessen kratzte Wolf an der Vertäfelung.
„Wolf! Aus!“, wies ihn Arthur zurecht, während er schon auf ihn zulief, um ihn wegzuziehen. „Du ruinierst ja die Schnitzereien!“
Eine ahnungsvolle Erregung überrieselte Josie. „Komisch! – Ich meine, warum kratzt er ausgerechnet hier? Unterhalb der Uhr!“ Ihr Blick tanzte die breite, mit Rosenranken verzierte Halbsäule aufwärts bis zum Zifferblatt. „Sieh nur!“, sagte sie mit bebenden Lippen. „Alle anderen Säulen sind viel schmäler. Warum hat man hier bloß so viel Regalplatz verschenkt?“ Wolf klopfte mit dem Schwanz auf den Boden und jaulte.
Josie seufzte. „Sieht aus, als wolle er uns etwas sagen. – Wenn er doch nur sprechen könnte!“
„Wolf?“ Arthur runzelte die Stirn, was Josie entging, da sie den Hund anstarrte, als wolle sie seine Gedanken lesen.
„Diese breite Säule …“, sagte sie bedächtig. „Ich meine, alte Häuser haben doch oft Geheimtüren.“
Arthur klopfte gegen das Holz. „Schwer zu sagen, klingt zwar massiv, aber …“ Er schüttelte zweifelnd den Kopf.
Fiebernd tastete Josie die Schnitzereien ab. Gab es einen Riegel, einen Schieber, irgendetwas, das auf eine Tür hinwies?
 „Warte!“ Arthur rannte zum Schreibtisch. „Ich hole Onkel Aarons Leselupe. Vielleicht finden wir damit irgendwo einen verborgenen Riegel.“
Josie wartete nicht. Sie streckte sich hoch, so hoch sie irgend konnte. Obwohl ihre Schultern von der starken Streckung höllisch schmerzen, begann sie Blatt für Blatt, Rose für Rose zu untersuchen. Wolf war erneut aufgesprungen, jeder Muskel seines Körper zitterte vor Erregung. Arthur, der befürchtete, der Hund könne erneut seine Krallen wetzen, hielt ihn, bereits die Lupe in der Hand, mit seinem ganzen Gewicht zurück.
Dann schien eine der Knospen unter Josies Fingern nachzugeben. „Da, die hier …!“, rief sie aufgewühlt, und versuchte die geschnitzte Blüte nach rechts zu drehen. Aber es tat sich nichts.
Völlig gegen seine Gewohnheit gebärdete sich Wolf wie ein Verrückter, heulte, warf den Kopf, bebte am ganzen Leib. Josie probierte es mit einer Linksdrehung. Wieder nichts!
„Verdammt!“ Sie donnerte mit der Faust gegen das Schnitzwerk. „Autsch!“ Und während sie sich noch die Hand rieb, enthüllte Springwood Manor sein Geheimnis.

Unter schaurigem Knarren sprang die Rankensäule zur Seite.
Wolf bellte. Ein dunkles, unmissverständlich Beifall bekundendes Bellen.
„Bloody hell!“, stieß Arthur aus.
Josie Gedanken brodelten. Wie konnte das sein? Konnte Moma hellsehen?
Arthur trat einen Schritt vor. „Ich wird verrückt! Er ist wieder aufgetaucht. Ist er nicht wunderschön?“ Ehrfürchtig strichen seine Hände über einen länglichen Stein, der ihn um einige Zentimeter überragte.
„Der Ogham-Stein!“, presste Josie hervor.
Arthur tastete behutsam die eingekerbten Schriftzeichen ab. „Hat dir Onkel Aaron von Conall O’Reardon und dem Stein erzählt?“ Josie nickte abwesend. Arthur ließ kein Auge von dem Fund. „Er ist unglaublich gut erhalten! Wahnsinn! Man hätte eigentlich schon viel früher darauf kommen können, dass er im Haus versteckt sein muss. Conall hat Springwood Manor um den Stein herumbauen lassen. Um das Kernstück des Hauses – die Bibliothek.“
Josie hörte ihm kaum zu. Im Pulsschlag ihres Herzens hämmerte ein Gedanke in ihrem Kopf. Der rechte Ort, das rechte Wort. – Der rechte Ort, das rechte Wort …
„Der Stein ist der Schlüssel“, sagte sie erregt. „Ich muss unbedingt herausfinden, was darauf steht.“
Sie lief zum Couchtisch, wo ihre Großmutter die Bücher abgelegt hatte, mit denen sie ihre Recherche fortsetzen wollte. Kurz darauf saß Josie mit dem Band über Ogham-Steine auf dem Parkett. Sie schlug mit der Handfläche auf den Einband. „Ob wir es schaffen, damit die Zeichen zu entziffern?“
Arthur strich sich ratlos durch die Haare. „Weiß nicht, wird nicht leicht sein. Auch wenn wir die Buchstaben herausfinden. Der Text ist bestimmt altgälisch – und um Orthographie haben die sich früher auch nicht geschert. Sicher sitzen wir in vier Wochen noch hier, wenn wir den Stein dechiffrieren wollen. Wir sollten auf Onkel Aaron warten. Der kennt sich mit der alten Sprache ganz gut aus.“
Josie legte enttäuscht das Buch beiseite. Wolf steuerte auf seinen langen Beinen auf sie zu und stupste sie so fest gegen die Brust, dass sie fast umfiel. „Was soll das alter Knabe?“
Noch während sie sich entrüstet hochrappelte, wurde ihr klar, was der Hund von ihr wollte. Sie sprang auf und zog die Drachenfibel hervor.
„Was machst du da?“ Aber Arthur erhielt keine Antwort. Fassungslos beobachtete er, wie das Purpurherz mit einem Mal eine Funkenkaskade versprühte. Dann sprach Josie wie in Trance die Worte:

Von den Dingen zu den Träumen,
zu den tief verborg’nen Räumen,
möge dieses Tor mich bringen.
Weiche Stein und lass mich ein!

Arthur wollte eben sein Erstaunen kundtun, als etwas so Eigenartiges geschah, dass es ihm die Sprache verschlug.
Josie hatte kaum das letzte Wort gesprochen, da spaltete sich der Stein in zwei Hälften. Ein Gang tat sich auf. Eng, doch breit genug, ihn zu passieren. Wie eine Schlafwandlerin trat Josie durch die Pforte. Und Wolf folgte ihr, als hätte er auf diesen Augenblick nur gewartet.
„Josie! Warte!“, rief Arthur.
Doch bevor er nur daran denken konnte, ihr nachzukommen, fand er sich völlig verwirrt allein in der Bibliothek. Nichts, rein gar nichts wies auf das unfassbare Geschehen hin, dessen einziger Zeuge er war. Keine Spur von einer Öffnung, keine von einem Stein. Die Halbsäule mit den geschnitzten Ranken glänzte im warmen Licht der Stehlampe. Sein Blick wanderte zur Uhr. Punkt Zwölf. Immer noch. Er horchte. Nein, sie tickte nicht. 


Vita:
Brigitte Endres hat Grundschulpädagogik, Germanistik und Geschichte studiert. Heute arbeitet sie als Kinderbuchautorin für Verlage in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie für den Bayerischen Rundfunk und den RBB. Ihre Bücher wurden in viele verschiedene Sprachen übersetzt.  www.brigitte-endres.de