Posts mit dem Label Detektive werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Detektive werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 10. September 2017

Mumienspuk: Das Erbe der Barone von Hofstetten - Zweiter Teil von Klaus Kurt Löffler






KLAPPENTEXT:
Baroness Tessi von Hofstetten bewohnt jetzt zusammen mit ihrem Vater den Stammsitz der Familie in St. Wolfgang. Als der Baron verreisen muss, übernehmen Max und Micha den Schutz des Mädchens. Der erweist sich als dringend notwendig. Denn eine Königsmumie erwacht aus einer geheimen Grabstätte im Kellergewölbe und beginnt die Bewohner zu terrorisieren. Offenbar hat sie Tessis Großvater, der früher Botschafter in Ägypten war, mitgebracht und schwere Schuld auf sich geladen, die sich jetzt an seinen Erben rächt. Können die Kids dem Spuk ein Ende setzen und dem Verhängnis entgehen?

Erhältlich bei Amazon.

LESEPROBE:
Zweites Kapitel: Hausspuk
In diesem Augenblick ging das Licht aus, was Tessi mit einem Angstschrei quittierte. Mit keuchendem Atem schob sich jemand in den Raum und näherte sich mit schweren Schritten. Tessi sprang auf und flüchtete zu Max, der ebenfalls aufgesprungen war. »Tu was!«, flüsterte sie dem Jungen ins Ohr, während sie ihn von hinten umschlang. Dieser hatte schon selbst erkannt, dass er etwas unternehmen musste. Er machte sich frei und schleuderte seinen Sessel dem Eindringling entgegen. Er musste getroffen haben, wie ein Scheppern bewies, als Holz auf Holz traf. Aber der Spuk war noch nicht zu Ende. Ein furchtbares Stöhnen ertönte und dann setzten die Schritte wieder ein.
Wenn ich nur etwas sehen könnte, dachte Max. Wie soll ich es im Dunklen mit einer Kreatur aufnehmen, dessen Natur mir nicht einmal bekannt ist. Da fiel ihm ein, dass er für alle Fälle seine Stabtaschenlampe eingesteckt hatte. Er griff in die Hosentasche und zog sie heraus, während die Schritte näherkamen. »Hoffentlich ist die Batterie noch nicht leer«, betete er. 
Dann betätigte er den Schalter und ein dünner Lichtstrahl traf ein grässliches Antlitz, aus dem weiße Augäpfeln furchterregend starrten.
»Es ist der schwarze Wächter aus der Halle«, flüsterte es entsetzt hinter ihm. »Er ist zum Leben erwacht und kommt uns jetzt holen!« 
»Bleib ruhig!«, raunte Max zurück. »Ich hab ihn gestoppt: Er ist nur im Dunkeln aktiv.« 
Als wollte er die Worte Lügen strafen, setzte sich der Wächter wieder in Bewegung. Kämpfen hat wohl keinen Sinn, überlegte Max. Der Wurf mit dem Sessel hat ihm nichts anhaben können. Jemand, der nicht lebt, kann auch nicht getötet werden. Ich muss versuchen, ihn irgendwie zu überlisten. Warum ist er gerade jetzt aktiv geworden, obwohl Tessi schon seit mehreren Tagen im Haus lebt? Hat es was mit meinem Besuch zu tun?
Max trat dem Angreifer einen Schritt entgegen und hob abwehrend beide Hände. »Halt!«, gebot  er mutig.  »Sag, warum du uns heimsuchst.«
»Die Stunde der Abrechnung ist gekommen!«,  schallte es hohl durch den Raum. »Die Erben der Grabschänder und ihrer Helfer müssen jetzt verantworten, was ihre Vorfahren getan haben.«
»Was soll das gewesen sein? Es ist uns nichts davon bekannt.«
»Die heilige Ruhe des Grabes ist verletzt und die Totenwelt gestört worden. Der Frevel wird bis ins letzte Glied gesühnt!« 
»Dann hast du Pech gehabt!«, äußerte Max nachdrücklich. »Dem Mädchen kann kein Leid zugefügt werden. Denn sie steht unter dem Schutz eines Mächtigeren.« 
Das schien Eindruck zu machen. Die Kreatur tat verblüfft. Dann äußerte sie: »Du meinst doch nicht etwa deine eigene Person, die ich zu Brei zerstampfen werde, wenn sie mich aufhalten will.«
»Nein«, erwiderte Max tapfer. »Es ist ein großer Dschinn, den ein Vorfahre des Mädchens aus dem Heiligen Land mitgebracht hat, als er dort gegen die Ungläubigen kämpfte.«
»Dann soll er sich zeigen, damit ich sehe, ob er tatsächlich mächtiger ist als ich.«
Max überlegte fieberhaft, wo er den erfundenen Geist hernehmen sollte. Dann kam ihm die Erleuchtung, als sein Blick auf den Heidelbeermost fiel, den sie gerade getrunken hatten. »Er steckt in der Flasche«, sagte er geistesgegenwärtig und nahm sie in die Hand. »Wenn du darauf bestehst, werde ich den Geist rauslassen. Ich muss dich aber warnen: Ich habe dann keine Gewalt mehr über ihn … und er ist voller Grimm und Zerstörungswut.  Als er das letzte Mal die Freiheit erhalten hat - es war vor dreitausend Jahren - wollte er alles vernichten. Er konnte nur durch eine List nochmals in die Flasche gesperrt werden, in die er sicherlich nicht freiwillig zurückkehren wird.«
Der Schwarze wurde unsicher. »Sprichst du auch die Wahrheit? Woran soll ich erkennen, dass du mich nicht anlügst, um dein Leben zu retten.«
»Siehst du nicht, dass ich keine Furcht vor dir habe? Ich weiß mich im Schutz eines Stärkeren.«
»Dann verschone ich euch für den Augenblick«, sagte die Stimme. »Aber nur, wenn du mir die Flasche aushändigst.«
»Die Flasche aushändigst?«, wiederholte Max verblüfft. »Was willst du damit?«
»Ich habe Durst und möchte auch etwas Heidelbeermost trinken.« Dabei ging das Licht wieder an und Micha kam lachend vom Lichtschalter neben der Tür, den er gerade wieder betätigt hatte.

Klaus Kurt Löffler:
Als studierter Jurist war ich zuletzt als Vorsitzender Richter am Landgericht tätig. Nach meiner Pensionierung habe ich während eines Aufenthalts in St. Wolfgang am Wolfgangsee mit dem Schreiben von Jugendbüchern angefangen. Der Schauplatz und meine beruflichen Erfahrungen wollten es, dass es Detektivgeschichten wurden, in denen die Landschaft eine entscheidende Rolle spielt. Es steht bei mir aber nicht das Verbrechen, sondern das hinter ihm stehende Rätsel im Vordergrund. Denn meine Junior- Detektive lösen ihre Fälle mit Köpfchen.
Link zu meinem Shop, meiner Facebook-Autoren-Seite, meinem Twitter-Account, Büchern bei Amazon und meiner Amazon Autorenseite

Sonntag, 27. August 2017

DER SARAZENENSCHATZ von Klaus Kurt Löffler


Klappentext

Die 15-jährige Tessi von Hofstetten muss mit der Schande leben, dass ihr Vater Felix, der Titelerbe des Baronats, enterbt und verstoßen worden ist. Er ist verbittert ins Ausland gegangen und verschollen. 
Nach dem Tod ihres Großvaters beansprucht dessen jüngster Sohn Stephan Erbe und Titel.
Tessi zweifelt an der Rechtmäßigkeit. Denn ihr ist ein Medaillon mit dem Bild des Verstorbenen zugegangen. Sie sieht darin einen Sinneswandel und will die Sache an Ort und Stelle aufklären. 
In Abwesenheit ihres Onkels Stephan verschafft sie sich Zutritt zum 'Sarazenenschlössl' und beginnt ihre Nachforschungen. Zugleich sucht sie nach einem Schatz, den ein Ahnherr von einem Kreuzzug aus dem Morgenland mitgebracht haben soll. Damit bringt sie sich in Lebensgefahr. Denn auch andere sind hinter dem Schatz her. Zum Glück findet sie in Max und MIcha die Unterstützung, die sie bei ihrem gefährlichen Kampf um Schatz und Erbe braucht.
Erhältlich bei Amazon

LESEPROBE

EINFÜHRUNG: Max und Micha haben der 15-jährigen Tessi von Hofstetten Zugang in das Anwesen ihres verstorbenen Großvaters Baron Gottfried von Hofstetten verschafft. Jetzt berichtet sie über den Anlass ihres Besuches.
VIERTES KAPITEL: Ein rätselhaftes Geschenk
Das Mädchen überlegte einen Augenblick, wo sie anfangen sollte. Dann öffnete sie ihren Rucksack und holte ein kleines Päckchen hervor, das an sie adressiert war. »Das ist mir nach dem Tode meines Großvaters zugegangen«, erklärte sie. »Seht´s euch an und sagt, was es nach euer Meinung bedeutet.«
Micha wickelte das Papier ab und entnahm einer kleinen Schachtel ein kunstvoll gearbeitetes silbernes Medaillon. »Das ist antik und sicherlich sehr wertvoll«, bemerkte er bewundernd. »Weißt du, wer es dir geschickt hat?« 
»Das Päckchen enthielt keinen Absender ... Ich nehme aber an, es kommt von meinem Großvater, wenn ich auch nicht weiß, wie das möglich ist.«
»Er kann verfügt haben, dass es nach seinem Tode abgesandt wird«, warf Micha ein. »Hat die Sendung einen Poststempel?« 
»Ja, es wurde in St. Wolfgang aufgegeben. Und es kam mit der Post. Wir fanden es im Briefkasten.«
»Woher weißt du, dass es von deinem Großvater stammt? Gibt es irgendeinen Hinweis?« 
»In St. Wolfgang hat sich außer ihm nur noch mein Onkel Stephan aufgehalten, der ihn im letzten Jahr gepflegt hat. Er hat sich aber nie um uns gekümmert. Ich weiß keinen Grund, warum er sich plötzlich anders besonnen haben sollte ... Es ist aber noch etwas anderes«, setzte sie hinzu. »In dem Medaillon befindet sich ein Porträt!« Sie öffnete den Deckel und wies auf das Bild eines würdevollen Herrn mit einem unternehmungslustigen Schnurrbart. »Es ähnelt dem Foto meines Vaters. Mutter verwahrt es in ihrem Nachttisch und betrachtet es immer wieder, wenn sie sich unbeobachtet fühlt. Der Mann in dem Medaillon ist älter, hat aber dieselben Gesichtszüge.«
»Da muss er noch wesentlich jünger gewesen sein«, bemerkte Micha. »So freundlich hat der Baron in seinen letzten Jahren nicht mehr ausgeschaut. Er war ein richtiger Miesepeter.«
»Sprich nicht so von meinem Großvater«, rügte Tessi. »Über die Toten soll man nichts Böses sagen.«
»Sorry!«, entschuldigte sich Micha. »Das war gedankenlos ... War noch etwas in dem Päckchen? Ein Brief mit ein paar erklärenden Worten oder Ähnliches?« 
»Ich habe nichts dergleichen gefunden, obschon ich das Packpapier von allen Seiten betrachtet habe.«
»Vielleicht hat der Absender eine Geheimtinte benutzt«, mutmaßte Max, »die man erst zum Vorschein bringen müsste.«
»Eher nicht«, widersprach Micha. »Das macht nur Sinn, wenn der Empfänger weiß, was es damit auf sich hat, was bei Tessi offenbar nicht zutrifft.«
»Das kann man sagen«, pflichtete das Mädchen bei. »Ich habe von so was null Ahnung.«
»Und was willst du aus der Übersendung des Medaillons schließen?« Max liebte solche geheimnisvollen Geschichten, die mit einem Rätsel endeten.
»Er wollte mir etwas hinterlassen, das mich an ihn erinnert«, antwortete das Mädchen zögernd. »Aber warum hat er das getan? Er hatte meinen Vater enterbt und sich die ganzen Jahre nicht um uns gekümmert. Da konnte er nicht erwarten, dass wir seiner freundlich gedenken.«
»Vielleicht ist das der letzte Akt eines Rachefeldzuges«, sagte Max melodramatisch. »Er wollte euch vor Augen führen, was ihr verloren habt.«
»Das glaube ich nicht«, mischte sich Micha ein. »Er hat ein Bild hineingetan, das ihn in seinen guten Tagen zeigt, wo er den Glauben an die Menschheit noch nicht verloren hatte. Die Botschaft ist sicherlich, dass er den Groll gegen euch aufgegeben hat.«
»So habe ich es auch verstanden«, pflichtete ihm Tessi bei. »Aber warum hat er uns dann nicht an sein Sterbebett geholt? Hatte er keine Zeit mehr dazu?« 
»Er ist nicht von einem Tag auf den anderen tot umgefallen«, bemerkte Micha. »Er war fast ein Jahr krank und wurde von deinem Onkel gepflegt.«
»Du meinst, dass der eine Versöhnung mit meiner Familie verhindert hat?« 
»Das läge doch nahe, Tessi. Weshalb ist dein Vater enterbt worden?« 
»Genaueres weiß ich auch nicht«, erwiderte das Mädchen. »Mutter spricht nicht darüber. Es ging, glaube ich, um gigantische Schulden, für die Großvater aufkommen musste. Vater hat aber heftig bestritten, dass er dafür verantwortlich war.«
»Weshalb ist er dann verschwunden?«, fragte Max, ohne zu merken, dass das nicht sehr feinfühlig war. 
»Das war kein Schuldbekenntnis«, erwiderte Tessi heftiger als gewollt. »Er hat meiner Ma etwas von ›verlorener Ehre‹ geschrieben, die er erst ›reinwaschen müsste, bevor er ihr wieder unter die Augen treten könnte‹. Er wusste ja noch nichts davon, dass sie mit mir schwanger war.« Sie wischte sich eine verstohlene Träne aus dem Auge. »Und nun ist mein Vater tot und kann es nicht mehr tun.«
»Langsam verstehe ich, weshalb du deinen Onkel erst mal aus der Ferne betrachten willst, wenn sich jetzt Gelegenheit dazu bietet.« Micha fuhr sich mit der Hand nachdenklich über die Stirn. Gründe dafür hast du ja reichlich. Vielleicht findest du etwas über die Geldgeschichte heraus.«
Tessi wurde rot und bestätigte damit, dass Micha mit seiner Vermutung ins Schwarze getroffen hatte. »Ich hatte echt so ´ne Ahnung, dass irgendwie etwas nicht stimmt. Deshalb bin ich hier unangemeldet aufgekreuzt, um ein wenig herumzuschnüffeln. Das kann sicherlich besser geschehen, wenn niemand weiß, dass ich da bin.«
»Dann bleibt die Frage, ob du dir zutraust, die Nacht hier allein zu verbringen?«, fragte Micha und stand auf. »Ich kann dir leider keine Gesellschaft leisten, da ich daheim erwartet werde. Wie sieht es mit dir aus, Max?« 
Der zögerte einen Augenblick. Die Aussicht, eine Nacht lang den Beschützer für das schöne Mädchen spielen zu können, war verlockend. Er konnte aber ebenfalls - ohne jede Vorankündigung - nicht einfach wegbleiben. Seine Mutter würde sonst Himmel und Hölle in Bewegung setzen und erst Ruhe geben, wenn sie ihn gefunden hätte. Er war ohnehin schon viel zu spät dran.
»Ich könnte anrufen und sagen, dass du heute bei uns schläfst«, äußerte Micha lächelnd. 
»Ich will nicht, dass ihr für mich lügt«, unterbrach Tessi bestimmt. »Seid ihr sicher, dass ›Blackman‹ nicht kommt und niemand aus seinem Gefolge?«
»Freilich«, erwiderte Micha lachend. »Ich verspreche es. Und Max hat selber Angst vor so was und wird sich bestimmt da raushalten.«
»Aber hallo!«, widersprach Max. »Ich und Angst? Wir passen nicht zusammen! … Aber von mir hat Tessi nichts dergleichen zu befürchten … Das weiß sie doch!«
»Gut, Jungs! Wenn das ein Versprechen ist, dann könnt ihr beide zu Mutters Rockzipfel zurückeilen. Ich werde hinter euch die Tür schließen und bin zufrieden, wenn ihr Softis morgen erscheint und etwas zum Essen mitbringt.«
Max war froh, dass ihm die Entscheidung abgenommen wurde. Er bereitete seinen Eltern ohnehin schon genug Kummer. Den wollte er nicht vermehren, wenn es nicht unbedingt nötig war. »Hast du wirklich keine Angst, allein hierzubleiben?«, fragte er nochmals halbherzig. Als das Mädchen dies verneinte, war er sichtlich erleichtert und schloss sich bereitwillig Micha an.
»Dann also bis morgen«, äußerte er, wie sie sich an der Hintertür verabschiedeten.
»Und verschließ auch die Kellertür gut von innen«, empfahl Micha.
»Glaubst du denn ...?«, fragte Tessi leise und sah auf einmal wieder sehr ängstlich aus. »Nein«, erwiderte Micha. »Aber sicher ist sicher!«

Klaus Kurt Löffler:
Als studierter Jurist war ich zuletzt als Vorsitzender Richter am Landgericht tätig. Nach meiner Pensionierung habe ich während eines Aufenthalts in St. Wolfgang am Wolfgangsee mit dem Schreiben von Jugendbüchern angefangen. Der Schauplatz und meine beruflichen Erfahrungen wollten es, dass es Detektivgeschichten wurden, in denen die Landschaft eine entscheidende Rolle spielt. Es steht bei mir aber nicht das Verbrechen, sondern das hinter ihm stehende Rätsel im Vordergrund. Denn meine Junior- Detektive lösen ihre Fälle mit Köpfchen.
Link zu meinem Shop, meiner Facebook-Autoren-Seite, meinem Twitter-Account, Büchern bei Amazon und meiner Amazon Autorenseite

Sonntag, 28. Mai 2017

DAS GESTOHLENE GNADENBILD von Klaus Kurt Löffler

Klappentext: 
Max hätte nie daran gedacht, jemals an einer Wallfahrt teilzunehmen. Doch nun ist er dabei und hilft, den gelähmten Lazarus zur Wallfahrtskirche auf den Falkenstein hinaufzutragen. Das Gnadenbild des heiligen Wolfgang war nämlich in der Nacht aus der Pfarrkirche gestohlen worden. Max vermutet, dass sich die Täter unter die Pilger gemischt haben. Da einer der Träger ausgefallen ist, ergreift er die Chance, um undercover zu ermitteln. Er weiß nicht, worauf er sich einlässt. Denn die Kirchenräuber sind skrupellos und zögern nicht, den Jungen zu beseitigen, als er ihnen auf die Spur kommt. Hat Max die Schutzengel, die er zum Überleben braucht?
Erhältlich bei Amazon 

Leseprobe:

Zehntes Kapitel: Auf Leben und Tod
Max hing mit dem Kopf nach unten in den Zweigen einer kleinen Fichte, die aus einer Felsspalte wuchs und seinen Sturz aufgefangen hatte. Das abgebrochene Gitter war weiter hinuntergestürzt. Der Junge hatte es nach endlosen Sekunden unten auf den Uferfelsen aufschlagen und dann ins Wasser hinabgleiten sehen.
Die Situation, in der er sich befand, war alles andere als erfreulich. Das war stark untertrieben. Wenn er ehrlich war, konnte er sie nur als verzweifelt bezeichnen. Unter ihm tat sich der Abgrund auf. Der Felsen stürzte mehrere hundert Meter senkrecht in die Tiefe, sodass an ein Hinabklettern nicht zu denken war. Nach oben lag die Kante des Abbruchs etwa zehn Meter höher. Ohne fremde Hilfe kam er dort nicht hinauf. Selbst ein geübter Bergsteiger hätte ohne Ausrüstung die Wand nicht bezwingen können. Und Max war in dieser Kunst nicht sonderlich bewandert.
Zum Glück wusste er seine Gefährten oben, die ihn nicht im Stich lassen würden. Dunkler beugte sich bereits über die Bruchkante und suchte nach dem Jungen. Als er ihn unverletzt an der Felswand hängen sah, war er sichtlich erleichtert. In Gedanken hatte er ihn wohl schon mit zerschmetterten Gliedern am Ufer des Sees liegen sehen. Er musste sich aber rasch davon überzeugen, dass man ohne Seil nichts zur Rettung unternehmen konnte. Er rief deshalb: »Halte aus, Junge, wir holen Hilfe! Es wird aber etwas dauern!« Dann verschwand er eilig.
Das hörte sich nicht gut an, dachte Max. Immerhin unternahm man etwas. Bis Rettung kam, musste er versuchen, seine Lage erträglicher zu gestalten. Zunächst galt es, sich aufzurichten. Seine Beine hatten sich im Astwerk verfangen und er hing rücklings mit dem Kopf nach unten. Er spannte die Bauchmuskeln an und schwang den Oberkörper empor, wobei er einen Zweig zu erwischen trachtete. Nach einigen Versuchen gelang das. Er konnte sich hochziehen und stand nun aufrecht mit dem Gesicht zur Feldwand.
Allerdings war das Manöver seinem Halt nicht gut bekommen. In der steilen Wand hatte die kleine Fichte keine tiefen Wurzeln schlagen können. Bereits beim Aufprall war sie etwas nach unten gerutscht. Das Aufrichten hatte zu einer weiteren Abwärtsbewegung geführt. Es knackte und krachte so, als werde sich der Baum im nächsten Moment ganz lösen. Es war nur eine Frage der Zeit, bis …!
Max wagte nicht, daran zu denken. Doch seine Angst wurde von Sekunde zu Sekunde größer. Er war nicht weit davon entfernt, in Panik zu verfallen. Schon schossen seine Gedanken in wilder Folge durcheinander und fuhren Achterbahn. In seiner Not fing er zu beten an. Er rief erst alle Nothelfer, dann die Jungfrau Maria und zum Schluss den heiligen Wolfgang an, von dem er hoffte, dass er hier am ehesten zu erreichen war. Er gelobte für den Fall der Errettung, nicht früher zu ruhen, bis er das Gnadenbild und das Reliquiar den Dieben entrissen hatte.
Dann blickte er hoch. Aber was war das! Hatte sein Bitten geholfen? Er glaubte seinen Augen nicht zu trauen. Ein Seil glitt die Abbruchkante herunter, wurde lang und immer länger und erreichte ihn schließlich. Er ergriff es mit beiden Händen und wartete darauf, dass er hochgezogen wurde. Aber es zeigte sich niemand. Also musste er den Aufstieg aus eigener Kraft bewältigen. Er überzeugte sich, dass das Tau hielt. Dann ging es los. Wie er sich abdrückte, rissen die letzten Wurzeln und die Fichte stürzte krachend in die Tiefe. Nun war er ganz auf das Seil angewiesen; sein Leben hing davon ab, dass er den Aufstieg aus eigener Kraft bewältigen konnte.
Arm um Arm zog er sich in die Höhe, wobei er sich darum bemühte, mit den Füßen von der Felswand Abstand zu halten. Von den wenigen Malen abgesehen, in denen ihn Micha zum Klettern gezwungen hatte, hatte er darin keine Erfahrung. Und die Strapazen des Krankentransports hatten ihn geschwächt. Die Handflächen waren mit Blasen bedeckt und brannten nun bald wie Feuer. Und die überanstrengten Arme wurden immer kraftloser.
Er hatte etwa die Hälfte des Aufstiegs geschafft, als er nicht mehr weiterkonnte. Er war gerade noch in der Lage, sich am Seil festzuhalten. Und das auch nicht mehr lange. Er schickte nochmals ein Stoßgebet zum Himmel empor. Dann schloss er die Augen, als könnte er damit der Wirklichkeit entfliehen. Aber das tröstende Schwarz, zu dem er Zuflucht suchte, blieb nicht lange. Leuchtende Spiralen tauchten auf, die sich um ihre Längsachse drehten, aber immer langsamer wurden. Eine Weile sah er verständnislos zu, bis ihm die Erleuchtung kam. Das war seine Lebenskraft. Noch wirbelte sie, aber nicht mehr lange. Sie durfte nicht zum Stillstand kommen. Wenn sie erlischt, würden seine Finger das Seil loslassen und ...!«
Ihr müsst euch drehen!, befahl er verzweifelt. Drehen, drehen und weiterdrehen! ... Ihr seid nicht müde! … Der Himmel gibt euch Kraft! … So ist es richtig!, lobte er dann, als die Spiralen sich wieder in Bewegung setzten. Ihr werdet schneller und schneller, bis das Blut heftig durch die Adern schießt! … Meine Kräfte wachsen! ... Ich werde stärker und stärker! ... Ich muss es schaffen! … Ich werde es schaffen! … Ich schaffe es!
Zu seiner Freude merkte er, dass der Appell Wirkung zeigte. Wärme begann seinen Körper zu durchströmen. Seine Muskeln entkrampften sich. Das Gewicht, das an seinen Händen hing, schien leichter zu werden. Er fühlte, wie Mut und Zuversicht zurückkehrten. Es war, als würde ihm ein Engel unter die Arme greifen und helfen, die letzten Kraftreserven zu mobilisieren.
Trotzdem wusste er, dass er seine Kräfte besser einteilen musste. Er entlastete die Arme dadurch, dass er seine Beine stärker auf der Felswand abstützte und den Körper aus den gebeugten Oberschenkeln hochdrückte. Das half. Hand vor Hand hangelte er sich weiter nach oben. Es ging langsam voran, aber es ging. Mit Freuden sah er, wie die Felskante mit jeder Handbreite näher und näher rückte. Schließlich - es schien eine Ewigkeit gewesen zu sein - war es endlich so weit. Mit einer letzten großen Anstrengung zog er sich auf das Felsplateau hinauf. Völlig ausgepumpt und erschöpft blieb er am Boden liegen und zitterte am ganzen Körper.

Klaus Kurt Löffler:



Als studierter Jurist war ich zuletzt als Vorsitzender Richter am Landgericht tätig. Nach meiner Pensionierung habe ich während eines Aufenthalts in St. Wolfgang am Wolfgangsee mit dem Schreiben von Jugendbüchern angefangen. Der Schauplatz und meine beruflichen Erfahrungen wollten es, dass es Detektivgeschichten wurden, in denen die Landschaft eine entscheidende Rolle spielt. Es steht bei mir aber nicht das Verbrechen, sondern das hinter ihm stehende Rätsel im Vordergrund. Denn meine Junior- Detektive lösen ihre Fälle mit Köpfchen.

  



Sonntag, 19. März 2017

Max und Micha, die Junior-Detektive - Das Gespensterpferd von Klaus Kurt Löffler




KLAPPENTEXT: Der neue Zuchthengst des Huber scheint nicht von dieser Welt zu sein. Er frisst nicht, lässt sich nicht anfassen und kommt und geht, wie es ihm gefällt. Max und Micha erhalten den Auftrag, das Pferd zu bewachen. Trotzdem verschwindet es in der Nacht, ohne eine Spur zu hinterlassen. Ist es Pegasus, das Götterpferd, wie manche glauben, oder eine gefährliche Kreatur aus der Hölle, die Tod und Verderben auf die Welt bringen wird? Ein Auftrag für die Junior-Detektive, der die Pforten zum Jenseits zu öffnen scheint und ihnen ihre Grenzen aufzeigt.
Erhältlich als Taschenbuch und als E-Book bei Amazon.


LESEPROBE: AUSZUG aus dem ACHTEN KAPITEL: NACHTWACHE

Max war wohl kurz eingedöst, als er auf einmal aufschreckte. Auf der Zufahrt bewegte sich eine graue Masse von den Koppeln weg. Es schien so, als hätten graue Decken Beine bekommen und ergriffen die Flucht. Er wusste nicht, was er davon halten sollte und beobachtete das seltsame Objekt verwirrt. Als er das Glas zu Hilfe nahm, erkannte er einen Pferdekopf, der vorn aus der Verkleidung herausragte. Nun war alles klar: Man wollte mit dieser Tarnung eines der Tiere unerkannt wegschaffen. Es war aber schon zu spät, um Micha noch zu wecken oder Hilfe zu holen. Der Transport würde schon bald die Landstraße erreicht haben, wo sicherlich ein Fahrzeug zum Abtransport wartete. Er musste sofort selbst etwas unternehmen.

Mit einem Satz hatte Max den Pavillon verlassen, rutschte die niedrige Böschung hinunter und flankte über die Einfriedung des Grundstücks. Nachdem er den Graben überwunden hatte, gelangte er auf die Zufahrt und rannte dem gespenstischen Zug hinterher. Nun zahlte sich aus, dass er ein guter Sprinter war. Als er ihn fast eingeholt hatte, geschah es: Bum und bauz! Ohne jede Vorwarnung riss ihn etwas schmerzhaft von den Füßen, sodass er wie ein gefällter Baum zu Boden stürzte. Einen Moment sah er nichts. Dann war es auch schon zu spät: Eine dichte Wolke fiel auf ihn herab und hüllte ihn in schwarzer Dunkelheit ein. 

Max war durch den Sturz noch benommen und stand unter Schock. Aus weiter Ferne hörte er drei Stimmen leise darüber beratschlagen, was mit ihm geschehen sollte, ohne dass er Genaueres verstehen konnte. Was war zu tun? Nur langsam kamen seine Gedanken wieder in Schwung. In wessen Hände war er geraten? Hatte er eine Chance, mit dem Leben davonzukommen? Und wieso, zum Teufel!, kamen ihm die Stimmen irgendwie bekannt vor?

Bevor er sich darüber klar werden konnte, erhielt er überraschend Hilfe. Eine weibliche Stimme rief lautstark: »Schluss mit dem Unsinn! Das ist Gotteslästerung. Pegasus ist ein göttliches Tier, das man nicht verspotten darf ... Und nun befreit den armen Kerl.«

Das hatte nur teilweise Erfolg. Die aufgezwungene Finsternis blieb. Max hörte jedoch, wie sich Füße rasch entfernten. Wenig später lichtete sich das Dunkel und jemand half ihm beim Aufstehen. Er blickte überrascht in die hübschen Augen von Felizitas, die im Mondlicht seltsam schimmerten. Um ihren Mund lag ein verstecktes Lächeln.

»Wie kommst du hierher?«, fragte er überrascht.

»Ich konnte nicht schlafen«, erzählte das Mädchen. »Daher habe ich die Gehege vom Fenster aus überwacht. Ich wollte den Moment nicht versäumen, in dem sich eines der wundervollen Pferde in die Lüfte erhebt. Als ich die Prozession auf dem Zuweg bemerkte, wusste ich gleich, dass hier jemand Narrenpossen treibt.«

»Da warst du schlauer als ich«, gestand Max beschämt ein. »Hast du gesehen, wer es war, Felizitas?«

Das Mädchen erschauerte. »Ja, als sie die Decken auf dich warfen: Es waren drei Teufel. Ein größerer und zwei kleinere. Ich konnte deutlich die fratzenhaften, gehörnten Gesichter sehen, die einem Angst einjagten ... Wenn ich gleich bemerkt hätte, wer es war, hätte ich wohl kaum gewagt, es mit ihnen aufzunehmen. Zum Glück haben sie sich einschüchtern lassen.«

»Echte Teufel?«, fragte Max, während er fieberhaft überlegte.

»Na ja!« Felizitas lächelte fein. »Ich kenne mich da nicht so aus. Im Internat habe ich keinen getroffen.«

Max musste über den Scherz schmunzeln, wenn ihm zum Lachen auch nicht zumute war. »Und was sollte das Ganze?«

»Es war wohl ein Ablenkungsmanöver. Wir sollten nicht sehen, was in den Pferchen geschieht.«

Max hörte das letzte schon nicht mehr. Bei ihm dreht sich inzwischen das Gedankenkarussell immer schneller: Drei Teufel, zwei kleinere und ein größerer. Drei Teufel, die sich eingemischt hatten. Drei Teufel, deren Stimmen er zu kennen glaubte. War es möglich? Oh nein, das konnte nicht sein! ... Oder doch? Eine imaginäre Anzeige blinkte auf: Treffer, Treffer, Treffer!



Klaus Kurt Löffler:
Als studierter Jurist war ich zuletzt als Vorsitzender Richter am Landgericht tätig. Nach meiner Pensionierung habe ich während eines Aufenthalts in St. Wolfgang am Wolfgangsee mit dem Schreiben von Jugendbüchern angefangen. Der Schauplatz und meine beruflichen Erfahrungen wollten es, dass es Detektivgeschichten wurden, in denen die Landschaft eine entscheidende Rolle spielt. Es steht bei mir aber nicht das Verbrechen, sondern das hinter ihm stehende Rätsel im Vordergrund. Denn meine Junior- Detektive lösen ihre Fälle mit Köpfchen.