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Sonntag, 8. Oktober 2017

DAS ERBE DER BARONE VON HOFSTETTEN, Dritter Teil: DAS PHARAONENGRAB* Aus der REIHE Max und Micha, die Junior-Detektive vom Wolfgangseevon Klaus Kurt Löffler

 
KLAPPENTEXT: 

Die Königsmumie im Mausoleum beunruhigt die Bewohner des Sarazenenschlössl. Max und Micha werden nach West-Theben geschickt, um den früheren Diener der Familie Abdulla nach der Herkunft der Altertümer zu befragen. Als von den Jungen jede Nachricht ausbleibt, befürchten Tessi und ihr Vater, dass den beiden etwas zugestoßen sei, und begeben sich auf die Suche. In el Kurna kann niemand etwas über den Verbleib der Jungen sagen. Sie wollten ein Ausgrabungslager im Tal der Könige aufsuchen, wo Abdulla arbeitet. Dort sind sie aber nicht angekommen, wie der beteuert. Er hilft bei der Suche, die aber erfolglos bleibt. Dann bietet ein Unbekannter seine Hilfe an. Können Vater und Tochter ihm trauen oder geraten sie selbst in Gefahr? Denn den Grabräubern, die ein noch unbekanntes Königsgrab entdeckt zu haben scheinen, ist jedes Mittel recht.
Veröffentlicht als eBook und Print bei Amazon.


Leseprobe

Während Tessi noch überlegte, was sie ihrem Vater von den Gesprächen berichten sollte, trat ein dunkelhäutiger Ägypter in europäischer Kleidung an ihren Tisch und nahm unaufgefordert Platz.
Bevor der Baron dagegen protestieren konnte, kam der uneingeladene Tischgast zur Sache. »Ich sehe davon ab, mich vorzustellen«, äußerte er kalt. »Denn für das, was ich mit Ihnen zu besprechen habe, ist es besser, wenn Sie nicht wissen, wer ich bin ... Ich habe gehört, dass Sie nach dem Verbleib zweier Jungen forschen, die in Ihrem Auftrag unterwegs waren. Ich könnte Ihnen bei der Suche behilflich sein, da ich den - übrigens unfreiwilligen - Aufenthalt kenne. Wir erwarten aber eine Gegenleistung. Im Nachlass Ihres Vaters befinden sich gewisse Gegenstände, die uns gehören und die wir zurückhaben wollen.« 
»Ich weiß nicht, wovon Sie sprechen«, erwiderte von Hofstetten verwundert. »Ich habe erst vor kurzem das Erbe angetreten und bin noch dabei, die Hinterlassenschaft zu sichten.« 
»Es handelt sich um die Altertümer, die der Botschafter in seinem Hause in einer unterirdischen Kammer verwahrte.« 
»Um darüber Aufschluss zu erlangen, sind die Jungen hergereist! Stammen sie aus einer legalen Quelle?«
»Ihre Frage ist sicherlich nicht ernst gemeint! Eine solche erlesene Ansammlung finden Sie sonst nur im Museum.« 
»Dann gehören sie auch dorthin und an keinen anderen Platz. Ich werde mich nicht an der Verschiebung illegal ausgeführter Altertümer beteiligen, die unrechtmäßig aus einer Grabstätte entfernt wurden.« 
Der Fremde lachte. »Ihre Mitwirkung ist nicht nötig. Wir sind auch so in der Lage, uns wieder in den Besitz der Sachen zu setzen, die der Botschafter für uns verwahrt hat. Von Ihnen erwarten wir nur, dass Sie Stillschweigen über die Sache bewahren. Das liegt übrigens auch im eigenen Interesse. Sie werden kaum daran interessiert sein, dass die Rolle Ihres Vaters bei dieser heiklen Angelegenheit öffentlich bekannt wird.« 
»Das ist richtig! Woher sollen wir aber wissen, dass Sie Wort halten und die Jungen tatsächlich freigeben?« 
»Sie gehen kein Risiko ein. Ich werde vorleisten, damit Sie sehen, dass Sie uns vertrauen können. Ich bringe Sie zu dem Ort hin, an dem sich die Jungen - ich hoffe noch lebend! - befinden.« 
Von Hofstetten wollte wegen des zynischen Einschubs heftig erwidern, als ihn seine Tochter mahnend am Ärmel zog. Er nahm sich zusammen. »Wie lange brauchen wir, um dorthin zu gelangen?«, fragte er stattdessen.
»Ich werde Sie mit dem Jeep hinfahren. Das wird die Sache beschleunigen. Ich muss Ihnen aber die Augen verbinden, weil der Ort geheim ist.« 
»Wieso bringen Sie die Jungen nicht einfach zu uns?«, fragte Tessi.
»Weil ich für meine Sicherheit fürchten müsste.« 
»Sie vertrauen uns also auch nicht?«
»Ich bin Geschäftsmann und wahre nur meine Interessen. Die Übergabe wird in den Bergen im ›Niemandsland‹ stattfinden, sodass ich mich ungehindert entfernen kann.« 
»Und wie kommen wir wieder zurück?«
»Ein paar Stunden Fußmarsch werden Ihnen gut tun! Das gibt uns den Vorsprung, den wir brauchen ... Aber entscheiden Sie sich jetzt, ob Sie auf meinen Vorschlag eingehen wollen. Meine Zeit ist begrenzt.« Mit diesen Worten stand der Fremde auf und machte Anstalten, sich zu entfernen. Dann drehte er sich nochmals um: »Kein Wort zu niemandem«, befahl er. »Sonst betrachte ich unsere Abmachung als erledigt und Sie sehen die Jungen nie wieder.« 
Tessi und ihr Vater erhoben sich verschreckt. »Können wir nicht wenigstens …?«, versuchte von Hofstetten Zeit zu gewinnen.
»Nein!«, unterbrach der Ägypter. »Sie gehen so, wie Sie sind, oder gar nicht. Alles andere wäre für mich ein unnötiges Sicherheitsrisiko.« 
Von Hofstetten sah ein, dass er sich fügen musste und folgte dem Unbekannten ohne weitere Einwände. Tessi zögerte einen Moment, als sie an Ahmeds nächtliche Warnung dachte. War das der vorausgesagte Versuch, sich nun auch der Retter zu bemächtigen, nachdem man schon Max und Micha ausgeschaltet hatte? ... Wohl kaum! Ahmeds Befürchtungen, schienen sich als unbegründet zu erweisen: Dagegen sprach die Tatsache, dass sich der Grabräuber ihnen vor aller Augen im Frühstücksraum genähert hatte. Das wäre wohl kaum geschehen, wenn er ihnen ans Leben wollte. Nach seinen Erklärungen handelte es sich bei der Entführung der Jungen zudem um eine Art Kidnapping, mit dem man sich in den Besitz der Altertümer unter dem Hause des verstorbenen Botschafters setzen wollte. Das war eine plausible Begründung, die den Zugriff auf die Jungen genügend erklärte.
Ein gewisses Risiko blieb. Aber das mussten sie eingehen. Sie durften keinesfalls die Chance, die Jungen zu befreien, aus Überängstlichkeit vertun. Im Übrigen hatte sich ihr Vater bereits entschieden und der Handel galt wohl nur für beide zusammen oder gar nicht.


Klaus Kurt Löffler:
Als studierter Jurist war ich zuletzt als Vorsitzender Richter am Landgericht tätig. Nach meiner Pensionierung habe ich während eines Aufenthalts in St. Wolfgang am Wolfgangsee mit dem Schreiben von Jugendbüchern angefangen. Der Schauplatz und meine beruflichen Erfahrungen wollten es, dass es Detektivgeschichten wurden, in denen die Landschaft eine entscheidende Rolle spielt. Es steht bei mir aber nicht das Verbrechen, sondern das hinter ihm stehende Rätsel im Vordergrund. Denn meine Junior- Detektive lösen ihre Fälle mit Köpfchen.
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Sonntag, 10. September 2017

Mumienspuk: Das Erbe der Barone von Hofstetten - Zweiter Teil von Klaus Kurt Löffler






KLAPPENTEXT:
Baroness Tessi von Hofstetten bewohnt jetzt zusammen mit ihrem Vater den Stammsitz der Familie in St. Wolfgang. Als der Baron verreisen muss, übernehmen Max und Micha den Schutz des Mädchens. Der erweist sich als dringend notwendig. Denn eine Königsmumie erwacht aus einer geheimen Grabstätte im Kellergewölbe und beginnt die Bewohner zu terrorisieren. Offenbar hat sie Tessis Großvater, der früher Botschafter in Ägypten war, mitgebracht und schwere Schuld auf sich geladen, die sich jetzt an seinen Erben rächt. Können die Kids dem Spuk ein Ende setzen und dem Verhängnis entgehen?

Erhältlich bei Amazon.

LESEPROBE:
Zweites Kapitel: Hausspuk
In diesem Augenblick ging das Licht aus, was Tessi mit einem Angstschrei quittierte. Mit keuchendem Atem schob sich jemand in den Raum und näherte sich mit schweren Schritten. Tessi sprang auf und flüchtete zu Max, der ebenfalls aufgesprungen war. »Tu was!«, flüsterte sie dem Jungen ins Ohr, während sie ihn von hinten umschlang. Dieser hatte schon selbst erkannt, dass er etwas unternehmen musste. Er machte sich frei und schleuderte seinen Sessel dem Eindringling entgegen. Er musste getroffen haben, wie ein Scheppern bewies, als Holz auf Holz traf. Aber der Spuk war noch nicht zu Ende. Ein furchtbares Stöhnen ertönte und dann setzten die Schritte wieder ein.
Wenn ich nur etwas sehen könnte, dachte Max. Wie soll ich es im Dunklen mit einer Kreatur aufnehmen, dessen Natur mir nicht einmal bekannt ist. Da fiel ihm ein, dass er für alle Fälle seine Stabtaschenlampe eingesteckt hatte. Er griff in die Hosentasche und zog sie heraus, während die Schritte näherkamen. »Hoffentlich ist die Batterie noch nicht leer«, betete er. 
Dann betätigte er den Schalter und ein dünner Lichtstrahl traf ein grässliches Antlitz, aus dem weiße Augäpfeln furchterregend starrten.
»Es ist der schwarze Wächter aus der Halle«, flüsterte es entsetzt hinter ihm. »Er ist zum Leben erwacht und kommt uns jetzt holen!« 
»Bleib ruhig!«, raunte Max zurück. »Ich hab ihn gestoppt: Er ist nur im Dunkeln aktiv.« 
Als wollte er die Worte Lügen strafen, setzte sich der Wächter wieder in Bewegung. Kämpfen hat wohl keinen Sinn, überlegte Max. Der Wurf mit dem Sessel hat ihm nichts anhaben können. Jemand, der nicht lebt, kann auch nicht getötet werden. Ich muss versuchen, ihn irgendwie zu überlisten. Warum ist er gerade jetzt aktiv geworden, obwohl Tessi schon seit mehreren Tagen im Haus lebt? Hat es was mit meinem Besuch zu tun?
Max trat dem Angreifer einen Schritt entgegen und hob abwehrend beide Hände. »Halt!«, gebot  er mutig.  »Sag, warum du uns heimsuchst.«
»Die Stunde der Abrechnung ist gekommen!«,  schallte es hohl durch den Raum. »Die Erben der Grabschänder und ihrer Helfer müssen jetzt verantworten, was ihre Vorfahren getan haben.«
»Was soll das gewesen sein? Es ist uns nichts davon bekannt.«
»Die heilige Ruhe des Grabes ist verletzt und die Totenwelt gestört worden. Der Frevel wird bis ins letzte Glied gesühnt!« 
»Dann hast du Pech gehabt!«, äußerte Max nachdrücklich. »Dem Mädchen kann kein Leid zugefügt werden. Denn sie steht unter dem Schutz eines Mächtigeren.« 
Das schien Eindruck zu machen. Die Kreatur tat verblüfft. Dann äußerte sie: »Du meinst doch nicht etwa deine eigene Person, die ich zu Brei zerstampfen werde, wenn sie mich aufhalten will.«
»Nein«, erwiderte Max tapfer. »Es ist ein großer Dschinn, den ein Vorfahre des Mädchens aus dem Heiligen Land mitgebracht hat, als er dort gegen die Ungläubigen kämpfte.«
»Dann soll er sich zeigen, damit ich sehe, ob er tatsächlich mächtiger ist als ich.«
Max überlegte fieberhaft, wo er den erfundenen Geist hernehmen sollte. Dann kam ihm die Erleuchtung, als sein Blick auf den Heidelbeermost fiel, den sie gerade getrunken hatten. »Er steckt in der Flasche«, sagte er geistesgegenwärtig und nahm sie in die Hand. »Wenn du darauf bestehst, werde ich den Geist rauslassen. Ich muss dich aber warnen: Ich habe dann keine Gewalt mehr über ihn … und er ist voller Grimm und Zerstörungswut.  Als er das letzte Mal die Freiheit erhalten hat - es war vor dreitausend Jahren - wollte er alles vernichten. Er konnte nur durch eine List nochmals in die Flasche gesperrt werden, in die er sicherlich nicht freiwillig zurückkehren wird.«
Der Schwarze wurde unsicher. »Sprichst du auch die Wahrheit? Woran soll ich erkennen, dass du mich nicht anlügst, um dein Leben zu retten.«
»Siehst du nicht, dass ich keine Furcht vor dir habe? Ich weiß mich im Schutz eines Stärkeren.«
»Dann verschone ich euch für den Augenblick«, sagte die Stimme. »Aber nur, wenn du mir die Flasche aushändigst.«
»Die Flasche aushändigst?«, wiederholte Max verblüfft. »Was willst du damit?«
»Ich habe Durst und möchte auch etwas Heidelbeermost trinken.« Dabei ging das Licht wieder an und Micha kam lachend vom Lichtschalter neben der Tür, den er gerade wieder betätigt hatte.

Klaus Kurt Löffler:
Als studierter Jurist war ich zuletzt als Vorsitzender Richter am Landgericht tätig. Nach meiner Pensionierung habe ich während eines Aufenthalts in St. Wolfgang am Wolfgangsee mit dem Schreiben von Jugendbüchern angefangen. Der Schauplatz und meine beruflichen Erfahrungen wollten es, dass es Detektivgeschichten wurden, in denen die Landschaft eine entscheidende Rolle spielt. Es steht bei mir aber nicht das Verbrechen, sondern das hinter ihm stehende Rätsel im Vordergrund. Denn meine Junior- Detektive lösen ihre Fälle mit Köpfchen.
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