Sonntag, 19. März 2017

Max und Micha, die Junior-Detektive - Das Gespensterpferd von Klaus Kurt Löffler




KLAPPENTEXT: Der neue Zuchthengst des Huber scheint nicht von dieser Welt zu sein. Er frisst nicht, lässt sich nicht anfassen und kommt und geht, wie es ihm gefällt. Max und Micha erhalten den Auftrag, das Pferd zu bewachen. Trotzdem verschwindet es in der Nacht, ohne eine Spur zu hinterlassen. Ist es Pegasus, das Götterpferd, wie manche glauben, oder eine gefährliche Kreatur aus der Hölle, die Tod und Verderben auf die Welt bringen wird? Ein Auftrag für die Junior-Detektive, der die Pforten zum Jenseits zu öffnen scheint und ihnen ihre Grenzen aufzeigt.
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LESEPROBE: AUSZUG aus dem ACHTEN KAPITEL: NACHTWACHE

Max war wohl kurz eingedöst, als er auf einmal aufschreckte. Auf der Zufahrt bewegte sich eine graue Masse von den Koppeln weg. Es schien so, als hätten graue Decken Beine bekommen und ergriffen die Flucht. Er wusste nicht, was er davon halten sollte und beobachtete das seltsame Objekt verwirrt. Als er das Glas zu Hilfe nahm, erkannte er einen Pferdekopf, der vorn aus der Verkleidung herausragte. Nun war alles klar: Man wollte mit dieser Tarnung eines der Tiere unerkannt wegschaffen. Es war aber schon zu spät, um Micha noch zu wecken oder Hilfe zu holen. Der Transport würde schon bald die Landstraße erreicht haben, wo sicherlich ein Fahrzeug zum Abtransport wartete. Er musste sofort selbst etwas unternehmen.

Mit einem Satz hatte Max den Pavillon verlassen, rutschte die niedrige Böschung hinunter und flankte über die Einfriedung des Grundstücks. Nachdem er den Graben überwunden hatte, gelangte er auf die Zufahrt und rannte dem gespenstischen Zug hinterher. Nun zahlte sich aus, dass er ein guter Sprinter war. Als er ihn fast eingeholt hatte, geschah es: Bum und bauz! Ohne jede Vorwarnung riss ihn etwas schmerzhaft von den Füßen, sodass er wie ein gefällter Baum zu Boden stürzte. Einen Moment sah er nichts. Dann war es auch schon zu spät: Eine dichte Wolke fiel auf ihn herab und hüllte ihn in schwarzer Dunkelheit ein. 

Max war durch den Sturz noch benommen und stand unter Schock. Aus weiter Ferne hörte er drei Stimmen leise darüber beratschlagen, was mit ihm geschehen sollte, ohne dass er Genaueres verstehen konnte. Was war zu tun? Nur langsam kamen seine Gedanken wieder in Schwung. In wessen Hände war er geraten? Hatte er eine Chance, mit dem Leben davonzukommen? Und wieso, zum Teufel!, kamen ihm die Stimmen irgendwie bekannt vor?

Bevor er sich darüber klar werden konnte, erhielt er überraschend Hilfe. Eine weibliche Stimme rief lautstark: »Schluss mit dem Unsinn! Das ist Gotteslästerung. Pegasus ist ein göttliches Tier, das man nicht verspotten darf ... Und nun befreit den armen Kerl.«

Das hatte nur teilweise Erfolg. Die aufgezwungene Finsternis blieb. Max hörte jedoch, wie sich Füße rasch entfernten. Wenig später lichtete sich das Dunkel und jemand half ihm beim Aufstehen. Er blickte überrascht in die hübschen Augen von Felizitas, die im Mondlicht seltsam schimmerten. Um ihren Mund lag ein verstecktes Lächeln.

»Wie kommst du hierher?«, fragte er überrascht.

»Ich konnte nicht schlafen«, erzählte das Mädchen. »Daher habe ich die Gehege vom Fenster aus überwacht. Ich wollte den Moment nicht versäumen, in dem sich eines der wundervollen Pferde in die Lüfte erhebt. Als ich die Prozession auf dem Zuweg bemerkte, wusste ich gleich, dass hier jemand Narrenpossen treibt.«

»Da warst du schlauer als ich«, gestand Max beschämt ein. »Hast du gesehen, wer es war, Felizitas?«

Das Mädchen erschauerte. »Ja, als sie die Decken auf dich warfen: Es waren drei Teufel. Ein größerer und zwei kleinere. Ich konnte deutlich die fratzenhaften, gehörnten Gesichter sehen, die einem Angst einjagten ... Wenn ich gleich bemerkt hätte, wer es war, hätte ich wohl kaum gewagt, es mit ihnen aufzunehmen. Zum Glück haben sie sich einschüchtern lassen.«

»Echte Teufel?«, fragte Max, während er fieberhaft überlegte.

»Na ja!« Felizitas lächelte fein. »Ich kenne mich da nicht so aus. Im Internat habe ich keinen getroffen.«

Max musste über den Scherz schmunzeln, wenn ihm zum Lachen auch nicht zumute war. »Und was sollte das Ganze?«

»Es war wohl ein Ablenkungsmanöver. Wir sollten nicht sehen, was in den Pferchen geschieht.«

Max hörte das letzte schon nicht mehr. Bei ihm dreht sich inzwischen das Gedankenkarussell immer schneller: Drei Teufel, zwei kleinere und ein größerer. Drei Teufel, die sich eingemischt hatten. Drei Teufel, deren Stimmen er zu kennen glaubte. War es möglich? Oh nein, das konnte nicht sein! ... Oder doch? Eine imaginäre Anzeige blinkte auf: Treffer, Treffer, Treffer!



Klaus Kurt Löffler:
Als studierter Jurist war ich zuletzt als Vorsitzender Richter am Landgericht tätig. Nach meiner Pensionierung habe ich während eines Aufenthalts in St. Wolfgang am Wolfgangsee mit dem Schreiben von Jugendbüchern angefangen. Der Schauplatz und meine beruflichen Erfahrungen wollten es, dass es Detektivgeschichten wurden, in denen die Landschaft eine entscheidende Rolle spielt. Es steht bei mir aber nicht das Verbrechen, sondern das hinter ihm stehende Rätsel im Vordergrund. Denn meine Junior- Detektive lösen ihre Fälle mit Köpfchen.
  



Kommentare:

  1. Das hast du wirklich gut gemacht, liebe Annette. Es ist eine wunderbare Einführung in das Buch. Habe es selbst mit Begeisterung gelesen! Vielen Dank und liebe Grüße! Klaus Kurt ❤

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  2. Danke! Die Vorstellung ist immer nur so gut wie das Buch selbst. Und deine Detektivgeschichten sind spannend. :-)

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