Sonntag, 26. März 2017

Kongress der Magier von Klaus Kurt Löffler



Klappentext: MERLIN, der Großmeister der Magierloge, fürchtet um sein Leben. Raspoltin, ein schwarzer Magier aus Rumänien, hat ihn zu einem *magischen Duell* herausgefordert, das auf der Tagung in St. Wolfgang ausgetragen wird. Er bittet die Junior-Detektive um Hilfe. Denn der Herausforderer hat angedroht, dass er den Großmeister verschwinden lassen wird. Die Aufgabe ist schwerer, als von den Jungen erwartet. Und Merlins Verdacht bestätigt sich auf schreckliche Weise.

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Leseprobe:

Erstes Kapitel: Ein neuer Klient
Sie wurden schon erwartet. Der Portier wies ihnen den Weg hinauf in den ersten Stock. Ihr Auftraggeber war ein langer Mann mit strengen Gesichtszügen und spitzer Nase, bei dem Haare und Bart schon angegraut waren. Man sah ihm an, dass er keinen bürgerlichen Beruf hatte. Eine geheimnisvolle Aura umgab ihn und ließ ihn, wie es den Jungen erschien, von innen heraus leuchten.
»Als Magier arbeite ich unter dem Künstlernamen MERLIN«, begann er nach kurzer Begrüßung. »Meine Illusionen gehören zu den besten der Welt. Ich habe in fast allen Ländern der westlichen Hemisphäre Triumphe gefeiert. Deshalb hat man mir den Beinamen ›der Unvergleichliche‹ verliehen.«
 Der Sprecher verstummte und musterte die Jungen eine ganze Weile, als frage er sich, ob sie das leisten könnten, was er von ihnen erwartete. Was er sah, stellte ihn wohl zufrieden. Denn er fuhr fort: »Trotzdem benötige ich jetzt Beistand! ... Wie ich bereits am Telefon erwähnt habe, ist mein Leben bedroht.«
»Wäre es dann nicht besser, die Kriminalpolizei einzuschalten?«, fragte Micha. »Ich könnte dies für Sie in die Wege leiten.«
»Keine Polizei!«, äußerte Merlin bestimmt, »jedenfalls jetzt noch nicht. Ich habe mich an euch gewandt, damit nicht bekannt wird, dass ich mich nicht selbst schützen kann. Mein Ansehen steht auf dem Spiel.«
»Es ist keine Schande, Schutz zu suchen, wenn man bedroht wird«, bemerkte Max. »Jeder Promi hat heute einen Bodygard, selbst wenn keine konkrete Gefahr besteht.«  
»Das wird die Öffentlichkeit bei einem Magier-Großmeister vielleicht anders sehen«, erwiderte Merlin mit milder Ironie. »Immerhin nehmen wir für uns in Anspruch, übersinnliche Kräfte zu haben und Dinge zu können, die normalen Menschen nicht möglich sind.«
»Entspricht dies denn nicht der Wahrheit?«
»Bei den meisten von uns sicherlich nicht. Wir arbeiten mit Illusionen, bei denen den Menschen nur vorgegaukelt wird, dass es sich um unerklärliche Vorgänge handelt. Ich darf allerdings nicht verschweigen, dass einige von uns über Fähigkeiten verfügen, die sich der Erklärung verschließen.«
»Was ist der Unterschied zwischen Zauberer und Magier?«
Merlin lächelte fein. »Wenn man überhaupt einen solchen finden will, ist es ein gradueller. Zauberer nennt sich jeder, der einige Kunststücke beherrscht, mit denen er auf Kindergeburtstagen, Familien- und Betriebsfesten auftritt. Ein Magier dagegen wendet sich an ein großes Publikum, das er mit spektakulären Illusionen blendet und in Erstaunen versetzt. Wie ich schon andeutete, sind die Tricks schwer zu durchschauen und es ist nicht immer auszuschließen, dass echte Magie im Spiele ist.«
Merlin strich nachdenklich mit der Hand über den Bart. »Um zum Thema zurückzukommen: In meinem Fall geht es vordergründig nicht um Bedrohung mit physischer Gewalt, sondern mit magischer Kraft. Als Großmeister müsste ich eigentlich in der Lage sein, mich davor zu schützen. Das macht es für mich schwer, fremde Hilfe zu erbitten.«
»Wie sind Sie auf uns gekommen?«, fragte Micha.
»Jemand am Ort, dem ich meine Sorgen anvertraut habe, hat euch empfohlen. Er sagte, dass ihr heikle Fälle geräuschlos lösen könnt. Eure Jugend kann in meinem Fall nur vom Vorteil sein. Ihr werdet kein Misstrauen erregen, wenn ich euch in die Veranstaltung einschleuse.«
Merlin machte eine bedeutungsvolle Pause und fuhr dann fort: »Ich muss etwas weiter ausholen. Ihr wisst, dass auf dem Kongress, der alle vier Jahre stattfindet, der neue Großmeister ermittelt wird, der die Geschicke der Loge bis zur nächsten Versammlung lenkt. Gewählt wird der, der in dem Wettbewerb die beste magische Leistung erbringt. Ich habe dieses Amt seit vielen Jahren inne, weil ich immer Sieger des Wettstreits geblieben bin. Das ist diesmal aber nicht sicher.« Merlin seufzte und strich sich besorgt über die Stirn. 
»Es gibt einen Herausforderer aus Rumänien, der sich ›Raspoltin‹ nennt«, fuhr er fort. »Er ist erst seit kurzem in unserer Vereinigung, hat aber bereits erhebliches Aufsehen erregt. Man hört die unglaublichsten Sachen von ihm. Er soll mit bloßer Geisteskraft Dinge bewegen können. Es ist klar, dass er der einzige ist, der mir meine Position streitig machen kann. Letztlich wird also die Entscheidung zwischen uns beiden getroffen. Nun hat er mich im Streit um die Meisterschaft zu einem ›magischen Duell‹ herausgefordert. Er hat öffentlich angekündigt, ›mich verschwinden zu lassen‹, wie immer er das bewerkstelligen will.«
Die Jungen blickten sich verblüfft an. »Nehmen Sie die Bedrohung ernst?«, erkundigte sich Micha
»Auf jeden Fall!«, antwortete der Magier. »Deshalb schalte ich euch ja ein. Raspoltin würde eine solche Ankündigung nicht aussprechen, wenn er sich nicht Mittel und Wege ausgedacht hätte, sie wahrzumachen. Andernfalls würde er als Aufschneider dastehen und wäre blamiert.«
»Glaubt ihr, dass er das schaffen kann?«, fragte Micha.
»Könnt ihr einen solchen Angriff abwehren?«,  fügte Max hinzu.
»Mit seinen telekinetischen Fähigkeiten wird er bei mir nichts erreichen“, erwiderte der Großmeister selbstbewusst. »Dazu ist meine Abwehr zu stark. Ich fürchte aber, dass er zur List oder physischen Gewalt greifen wird, die er hinter einer Illusion verbirgt. Es steht viel auf dem Spiel. Wenn es ihm gelingt, seine Ankündigung wahrzumachen, wäre er der größte Magier aller Zeiten und könnte Titel und Amt eines Großmeisters auf Lebenszeit beanspruchen!«


Klaus Kurt Löffler:
Als studierter Jurist war ich zuletzt als Vorsitzender Richter am Landgericht tätig. Nach meiner Pensionierung habe ich während eines Aufenthalts in St. Wolfgang am Wolfgangsee mit dem Schreiben von Jugendbüchern angefangen. Der Schauplatz und meine beruflichen Erfahrungen wollten es, dass es Detektivgeschichten wurden, in denen die Landschaft eine entscheidende Rolle spielt. Es steht bei mir aber nicht das Verbrechen, sondern das hinter ihm stehende Rätsel im Vordergrund. Denn meine Junior- Detektive lösen ihre Fälle mit Köpfchen.
  

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