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Sonntag, 22. Oktober 2017

Halloween Anthologie - Jetzt schlägt‘s 13



Bekanntlich sind in der Nacht zum ersten November die Schleier zwischen den Welten hauchdünn. Hexen, Zauberer und andere unheimliche Gestalten treiben ihr Unwesen. Echte und falsche Gespenster fordern ihren Tribut. Merkwürdige Begebenheiten und unheimliche Begegnungen jagen uns einen Schauer über den Rücken.
Absicht oder Zufall? Horror oder Spaß? Wahrheit oder Einbildung? So genau weiß man es nie – die Übergänge sind fließend.
Gruselig, geheimnisvoll, spannend, mysteriös, mitunter auch witzig und frech– so sind die Halloweengeschichten unserer Autoren. Wie viele Geschichten und wie viele Autoren, möchtet ihr wissen? Natürlich sind es 13 an der Zahl! Also: Süßes oder Saures?
Geeignet ab 12 Jahren
Erhältlich im Kelebek Verlag, bei Thalia und bei Amazon.

Jacks Rache - Sascha Zurawczak
Der gefürchtete Jack ò Lantern schwort Rache an den Menschen, die ihn und seinesgleichen
um Halloween gebracht haben.

Gino sieht Gespenster - Marion von Vlahovits
Halloween und ein Hund passen nicht zusammen, oder vielleicht doch?

Die Hütte im Wald - Ines Gollß
Markus ist ein schlechter Verlierer. Mit seinen Freunden argert er Lorenz und freut sich über dessen Angst, doch dann kommt alles anders ...

Halloweenschreck - Annette Paul
Statt fürs Abitur zu lernen würde sich Sophie lieber verkleiden und mit den Kindern
Halloween feiern. Als es klingelt erlebt sie eine bose Uberraschung ...

Nachts - Sandra Bollenbacher
Nachts, allein. Unheimliche Geräusche. Gibt es etwas Schlimmeres?

Ein Missverstandnis mit Folgen - Annika Bützler
Hexe Wanda und Zauberer Abrox konnen sich nicht ausstehen. Das hat Folgen.

Happy Halloween - Sarah Drews

Die Geschwister Emily und Mike freuen sich auf einen Gruselfilm am Halloween Abend.
Doch dann sorgt ein ungebetener Gast für Panik...

Oma Eli -Christina Stoger
Was haben Oma Elli, Halloween, eine schwarze Katze und eine Kürbissuppe gemeinsam?

Funken -Stefanie Miihlenhaupt
Eine böse Stiefmutter und ein geheimnisvolles Armband. Finn und Emma versuchen zu
fliehen ...

Das alte Amulett - Nadja Rehn
Bei einem Schulausflug kauft Elena in einem Trödelladen ein altes Amulett. Zufall?

Allerlei Leckerei - Anathea Westen
Hexenkind Klärchen hat nur unangenehme Erfahtungen mit der Halloweennacht. Neugierig
beobachtet sie das Treiben der Menschenkinder und macht eine erstaunliche Entdeckung.

Das besessene Smartphone - Anne Schmitz
Ein Foto mit dem Smartphone am falschen Ort hat ungeahnte Folgen ...

Spuk im Spiegel - Martina Suhr
Schuldgefühle und Geschwisterliebe sind die Ursache für geisterhafte Begegnungen, die
scheinbar außer Kontrolle sind...

Sonntag, 20. November 2016

Die Hexenschülerin - die Zeit der Rückkehr von Rotraud Falke-Held




Klappentext:

Im Jahr 1326 lebt die hellsichtige Clara zusammen mit Gabriel in Griechenland bei Gabriels Familie. Odilia ist sehr glücklich darüber und auch Clara genießt das Leben am Meer. Nach all den Kämpfen der letzten Jahre kommt sie hier endlich zur Ruhe und ist vor Anfeindungen und Verfolgungen sicher. Trotzdem will Clara nicht für immer bleiben.
Im Juni 1326 brechen sie und Gabriel wieder auf und kehren nach Deutschland zurück.
Ihr erstes Ziel ist die Burg Wiesenstein, das Zuhause von Claras ehemaligem Weggefährten Luzius. Durch ihre Hellsichtigkeit kann Clara den Überfall auf die Burg durch Luzius’ Onkel Martin verhindern.
Als sie nach Dringenberg zurückkehren, sieht sich Clara alten und neuen Feinden gegenüber und auch gegen Gerüchte, sie sei eine Hexe ist, muss sie sich erneut wehren.
Doch auch auf Wiesenstein hat sie sich Feinde gemacht, die jetzt Intrigen gegen sie spinnen.
Clara und Gabriel geraten in große Gefahr und müssen schließlich sogar um ihr Leben fürchten.

Die Zeit der Rückkehr ist die 3. Geschichte der Hexenschülerin. Die spannende Geschichte versetzt die Leser und Leserinnen in eine längst vergangene Welt voller Vorurteile und Aberglauben. Sie ist für Mädchen und Jungen ab 12 Jahren geeignet und für Erwachsene, die gerne in andere Zeiten eintauchen.
Erhältlich bei Amazon,  Hugendubel und Thalia.  

Leseprobe aus Kapitel 5 – Auftritt der Gaukler

Plötzlich schrie einer: „Mein Geldbeutel ist weg! Er wurde von meinem Gürtel abgeschnitten.“
Wie auf Stichwort tasteten alle nach ihren Geldbeuteln oder sahen in ihren Taschen nach. Noch weitere Beutel waren verschwunden.
Luzius stand wie vom Donner gerührt auf der Bühne. Was sollte er davon halten? Er war sich nur sicher, dass das keiner der Gauk­ler getan hatte.
„Dieses fahrende Volk war es!“, schrie jemand. „Ist doch be­kannt, dass die unehrlich sind.“
„Das ist nicht wahr!“, mischte sich Gabriel erneut ein. „Ich kenne diese Leute gut. Ich habe einige Zeit mit ihnen verbracht. Es sind wirk­lich aufrichtige Menschen, die hart für ihren Lebensunterhalt arbeiten.“
Er wiederholte seine Worte von gerade eben und hoffte, ihnen dadurch mehr Nachdruck verleihen zu können. Es war ihm bewusst, dass seine Aussage so klang, als wäre er länger mit den Gauklern unterwegs gewesen, als er es in Wirklich­keit gewesen war. Aber das bezweckte Gabriel auch. Die Menschen sollten in ihm einen wirklichen Kenner dieser Leute sehen.
„Dann bist du vielleicht auch nicht besser. Was für Leute bringt unser neuer Herr Luzius auf die Burg?“, rief einer.
Clara blickte sich in dem Fackelschein um. Sie versuchte, in den Gesichtern zu lesen. Aber es war schwierig, auszumachen, wer überhaupt gesprochen hatte.
Blanca stand auf der Bühne. Groß und kerzengerade. Ihren Kopf hielt sie stolz und aufrecht. Ihr Mund lächelte. Ja tatsächlich, sie lächelte. Etwas stimmt nicht mit ihr, dachte Clara wieder. Ich wusste es doch vom ersten Moment an. Aber was?
Auf einmal tauchte ein Bild vor ihrem inneren Auge auf. Nur einen winzigen Moment lang. Zu kurz, um es vollständig zu erken­nen. Aber Clara wusste, Blanca spielte ein falsches Spiel. Es ging um mehr, als sie gedacht hatte.
„Er bringt uns in Gefahr!“, rief Blanca jetzt den Zuschauern zu. „Und er stellt das Wohl der Gaukler über das Wohl seiner Familie und seiner Schutzbefohlenen, nämlich euch.“
Luzius sah die Verlobte seines Schwagers völlig verwirrt an. Was wurde hier gespielt?
„Das ist nicht wahr!“, rief er laut.
Aber die Menschen waren wankelmütig. Noch vor wenigen Augen­blicken hatten sie sich der Darbietung der Gaukler erfreut, jetzt hassten sie sie. Jetzt gaben sie ihnen die Schuld am Verlust ihrer materiellen Güter. Es war ja auch so einfach, dem fahrenden Volk die Schuld zu geben. So natürlich. Diese Berufsgruppe hatte noch nie einen guten Ruf gehabt und in der Tat gab es viele Falsch­spieler und Diebe unter ihnen.
Aber nicht unter Bernardos Truppe, da war Luzius sich sicher.
Aber wenn doch?
Wer hatte dann diese Diebstähle begangen?
Eine Eule ließ ihren Ruf hören.
Clara zuckte zusammen. Es ist schon Abend und dunkel, es ist völlig natürlich, dass eine Eule heult, dachte sie. Wenn eine Eule am Tag ertönt, bringt das Krankheit und Feuersbrunst. Wie damals beim Händlerzug. Aber jetzt war es dunkel.
Clara blickte sich hektisch um und erblickte den hellen Feuer­schein durch die dicken Burgmauern hindurch.
Sie schüttelte sich. Ich kann das nicht sehen, dachte sie. Niemand kann durch die Burgmauern sehen.
Im nächsten Moment ertönte der Schrei: „Feueeeer!“
Und erst im nächsten Augenblick wurde ihr klar, dass sie selbst geschrien hatte.
Clara konnte sich nicht rühren. Sie war wie erstarrt von dem Bild, das sie gesehen hatte, von dem Tumult um sie herum.
Gabriel riss sie mit sich und schob sie zu Adelaide in die Burg.
Luzius schrie: „Wachen auf den Wehrturm. Alle Zuschauer hier herüber!“
Brandpfeile flogen plötzlich durch die Luft.
Und alles passierte gleichzeitig.
Gabriel lief zu Luzius.
„Jetzt vernichten sie uns auch noch!“, schrie jemand. „Das ist das Feuer der Hölle. Der Feuerschlucker.“
Was für ein Unsinn, dachte Clara angewidert. Gleich, nachdem Gabriel sie wieder verlassen hatte, erwachte sie aus ihrer Er­starrung und rannte wieder nach draußen.
„Bleib hier!“, rief Adelaide ihr nach. „Hier bist du in Sicherheit.“
„Niemand ist in Sicherheit!“, rief Clara zurück. Adelaide verstand nicht, was die Freundin meinte. Aber Clara war schon losgerannt. Sie kämpfte sich durch die aufgebrachte Menge zurück.
Sie musste Gabriel wieder finden oder Luzius.
Die Geräusche, die Unruhe und die Angst hatten ihre Hellsichtig­keit überdeckt und sie hatte einfach zugelassen, dass sie in die Burg geschoben wurde. In Sicherheit. Aber das war falsch. Sie wusste doch, was geschah.
„Gabriel!“, schrie sie gegen die lärmende, unruhige Menge an.
„Luzius!“
„Mädchen, geh in die Burg!“, riet ihr einer der Akrobaten, die ihren Weg kreuzten.
„Wo ist Gabriel? Oder Luzius?“
Der Mann hob die Schultern. „Was ist hier nur los?“, fragte er kopfschüttelnd.
Clara hatte keine Zeit, mit ihm zu diskutieren. Suchend blickte sie sich um. Sie fühlte Angst. Aber die musste sie niederkämpfen, sonst würde sie nicht erkennen, was zu tun war.
Doch dann sah sie das Bild, das sie bereits vor ihrem inneren Auge erlebt hatte. Blanca lief zum Tor. Unbemerkt in diesem Durcheinander.
Sie hat die Geldbeutel gestohlen, dachte Clara. Sie wollte bewusst dieses Durcheinander anrichten. Sie hat das gebraucht, um ihren Plan in die Tat umzusetzen. Ich weiß, was sie vorhat.
Sie lief auf Blanca zu. Sie hatte freie Bahn zum Tor.
„Blanca!“, rief Clara.
Keine Reaktion.
„Blanca!“
Jetzt war sie schon ganz nah.
Blanca wirbelte herum. Tiefer Hass traf Clara. Sie zuckte zusam­men. Wie beim Medicus, dachte sie. Wie bei Hildegunde.
„Du hältst mich nicht auf!“, würgte Blanca hervor. „Du nicht!“
„Du hast die Diebstähle begangen!“, warf Clara ihr vor.
„Natürlich.“
„Aber ich verstehe nicht. Warum?“
„Wie könntest du auch. Verschwinde. Bring dich in Sicherheit. Gleich bricht die Hölle erst los.“
Sie wandte sich dem Tor zu. Sie schob den ersten Riegel zurück.
Clara war sofort bei ihr und wollte sie davon abhalten. Doch Blanca war viel größer und kräftiger. Sie holte mit dem Arm aus und schlug Clara so heftig mit dem Handrücken ins Gesicht, dass diese zurücktaumelte und stürzte.
„Halt dich zurück oder du bist die Erste, die stirbt!“, warnte sie.
Clara saß auf dem Boden und richtete sich hektisch wieder auf.
„Tu das nicht oder du bist schuldig am Tod von vielen Men­schen!“, kreischte Clara. Sie fühlte keine Angst mehr, dazu war die Situation viel zu bizarr. Der Fackelschein von der Bühne und auf den Mauern, die Hektik hinter ihr, die Stimmen, die sie be­reits von draußen vernehmen konnte, alles wirkte unwirklich, wie aus einer anderen Welt. Und doch war es eine reale Gefahr.
Sie hatte vorhin Angst verspürt, als der Tumult losgebrochen war. Und vielleicht würde sie sogar später, wenn sie noch einmal über diese Situation nachdachte, Angst verspüren. Aber jetzt hatte sie keine. Jetzt handelte sie einfach instinktiv.
Blanca lachte gemein. „Du hältst mich nicht auf!“
Damit machte sie sich wieder an das Schloss.
„Aber vielleicht ich!“, klang plötzlich eine dröhnende, tiefe Stimme.
Beide Frauen wandten sich um. Hinter ihnen stand ein Wächter in voller Rüstung mit einem breiten Schwert in der Hand.
„Ich verstehe nicht vollkommen, was hier los ist. Aber dass du das Tor öffnen willst, um Feinden Einlass zu gewähren, das habe ich verstanden. Du kommst jetzt sofort mit zu Herrn Luzius.“
„Neiiiiin!“, schrie Blanca und wandte sich wieder dem Portal zu.
Der Wächter war mit wenigen Schritten bei ihr und riss sie grob von dem Tor fort. „Wir haben die Burg unter Kontrolle!“, erklärte er Clara im Vorbeigehen. Aber hättest du nicht so früh das Feuer bemerkt…“
Damit ging er weiter und zog die sich wehrende Blanca mit sich.
„Neiiin! Neiiiin!“, schrie sie immer wieder.
Claras Beine versagten, sie sackte vor dem Burgtor zusammen und blieb auf dem Boden liegen. Das letzte, was sie dachte, bevor die Dunkelheit sich über sie legte, war: Aber ich habe doch über­haupt nichts bemerkt.



Rotraud Falke-Held wurde 1964 in Bad Driburg geboren.
Schon in der Grundschulzeit entdeckte sie die Freude am Schreiben.
Doch zunächst absolvierte sie eine solide kaufmännische Ausbildung und kann heute auf eine 20jährige Berufstätigkeit zurückblicken.
Nach der Geburt ihrer Kinder - in den Jahren 2000 und 2001 – gab sie ihre Berufstätigkeit auf. Sie begann, sich spannende Geschichten auszudenken – zunächst nur für ihre eigenen Kinder.
2009 erschien ihr erstes Kinderbuch „Der kleine Bär Tapp“ im Monolith Verlag.
Seither sind einige Kinder- und Jugendbücher von ihr erschienen, altersmäßig wachsen die Geschichten mit dem Alter ihrer eigenen Kinder.
Rotraud Falke-Held lebt mit ihrem Mann, zwei Kindern und der Hundedame Cacy in Büren.
Neben dem Schreiben engagiert sie sich ehrenamtlich und bietet als Kursleiterin an einem Gymnasium in Büren und der Volkshochschule eine Schreibwerkstatt und Entspannungstraining an.

 

Sonntag, 25. September 2016

Klausmüller - Ein Esel als Gespenst von Pebby Art

Klappentext:

Stoffesel Klausmüller hat es geschafft: Joey und Klara machen mit ihm einen Gespenstergruselgang durch den Wald. Noch ahnt er nicht, welche Folgen dieser Waldspaziergang haben wird. Nicht nur, dass sie einen verstoßenen Hund finden, auch der vierzehnjährige Joey scheint so manches Geheimnis zu hüten. Und die alte Frau Greismann zeigt mal wieder, was in ihr steckt und nimmt eine syrische Familie bei sich auf, nachdem deren Unterkunft beschmiert wurde.
Doch Klaras größte Sorge gilt Joeys Vergangenheit: Was hat Joey mit den fiesen Jungs zu schaffen, die des Nachts durch die Straßen streifen und Unheil anrichten?
Erhältlich bei Amazon.

Klausmüller setzt sich durch

„Du darfst auch Vampir sein!“ Große, hoffnungsvolle Klausmüller-Augen blickten hoch zu Joey.
„Ich will kein Vampir sein.“ Joey wandte sich ab und schloss das Gatter zur Weide, in die Klara und er gerade die Pferde gebracht hatten.
„Gespenst!“, rief er und sprang vor Joey auf den Zaun. Für einen Stoffesel, der vor einem Jahr erst zum Leben erwacht war, hatte er eine gute Sprungkraft und Ausdauer im Hartnäckigsein.
„Klausmüller!“ Joey schwenkte das Halfter in seiner Hand gegen den kleinen Esel. „Du nervst.“
Klausmüller duckte sich. „Hexe!“, rief er. „Du wirst Hexe!“ 
Joey kehrte ihm den Rücken zu und ging zusammen mit Klara zurück zur kleinen Scheune, in der die Putzsachen für die Pferde lagerten. Sein entschlossener Gang geriet ins Wanken, als Klara sich äußerte: „Wäre doch vielleicht mal ganz lustig, einen Gruselgang durch den Wald zu machen“, sagte sie.
Joey stöhnte und drehte sich zu ihr um.
Er hatte es gleich gewusst. Klara hätte ihrem Esel nicht ihr Smartphone überlassen sollen, während sie mit den Pferden trainierten. Doch ein bittender Blick aus dunklen Klausmüller-Augen hatte genügt, und schon lag das Smartphone von Klara vor Klausmüller. Und während sie mit den Pferden arbeiteten, bekam Klausmüller viereckige YouTube-Kanal-Augen und einen Halloween-Spleen. Und das mitten im Sommer.
Joey schnappte sich das Handy, das immer noch auf der Bank vor dem Schuppen lag, und reichte es Klara. Als er den Bildschirm berührte, grinste ihn ein leuchtender Kürbis an.
Joey verzog die Mundwinkel. Doch dann hob er seinen Blick und sah direkt in Klaras leuchtende Augen.
„Und wann soll das Ganze stattfinden?“, fragte er.
„Jetzt!“, rief Klausmüller.
„Morgen“, sagte Klara zur selben Zeit und sah zu Klausmüller rüber. „Wie soll denn jetzt so schnell aus Joey eine Hexe werden?“
„Die Nase hat er schon“, fand Klausmüller, „und für den Buckel stopfen wir ihm Emil unters T-Shirt.“ Klausmüller klemmte sich sein Stoffeselbaby zwischen Vorderbein und Brust und begann an Joey hochzuhüpfen. Gleichzeitig versuchte er, Joeys T-Shirt zwischen die Zähne zu bekommen.
„Untersteh dich!“ Abwehrend hielt Joey seine Hände gegen den springenden Esel. „Und ich hab keine Hexennase!“, fügte er hinzu.
Als auch Klara sich gegen einen Emil-Buckel aussprach, beendete Klausmüller seine Hüpferei.
„Okay“, sagte er. „Emil möchte auch gar nicht unter dein T-Shirt. Dein Rücken ist so ekelig felllos.“ Klausmüller nickte.
„Emil ist ein Stofftier“, sagte Joey.
„Ja, eben“, erwiderte Klausmüller. „Er empfindet so wie ich.“ Klausmüller kuschelte Emil in seine Arme und wiegte ihn hin und her.
„Ja, ist klar“, meinte Joey, „das ist ja auch stets Emil, der mit piepsiger Klausmüller-Stimme nach Keksen verlangt.“
Klausmüller nickte erneut, und Klara fand zum eigentlichen Thema zurück.
„Ich nähe etwas Schönes“, sagte sie, „und damit darfst du dich morgen Abend verkleiden.“ Klara schenkte Joey ein Lächeln, das auch Klausmüller auf seine Schnute zauberte. Joey sah es gar nicht. Das Lächeln. Das schöne. Vom Esel.
Der Vierzehnjährige trat einen Schritt näher an das Klaralächeln heran. Ihre Haarspitzen, über die der Wind leicht hinwegstrich, kitzelten ihn am Oberarm. Joey senkte seinen Blick.
„Wenn du mir ein Hexenkostüm schneiderst“, sagte er mit leichtem Grinsen, „dann wickle ich dich darin ein und werfe dich Precious zum Fraß vor.“
Klaras Mundwinkel zogen sich ebenfalls nach oben auseinander.
Klausmüllers Maul ploppte herunter. Er riss die Augen auf:
„Spinnst du?“, rief er und tippte mit dem Vorderhuf an seine Stirn. „Klara passt in so einen kleinen, affigen Hund gar nicht rein.“
Joey verdrehte zum wiederholten Male die Augen. Dann hielt er Klausmüller die Hand aufrecht entgegen. „War ’n Scherz, Kumpel“, meinte er und Klausmüller schlug nach kurzem Zögern mit seinem Huf ein.
„Wir sehen uns morgen“, sagte Joey zu Klara und zupfte seine Baseballkappe zurecht.
„Aber du darfst erst in mein Zimmer kommen, wenn ich mit dem Nähen fertig bin“, sagte Klara.
„Ja, und dann schauen wir mal, wer hier wen erschreckt.“ Joey zwinkerte ihr zu und ging.
Klara und Klausmüller blickten ihm hinterher.
„Aber ich hab doch recht“, meinte Klausmüller. „Wenn er jetzt ‚Tessa‘ gesagt hätte. In so ’nen Bobdings …“
„…tail“, sagte Klara.
„Hä?“
„Es heißt Bobtail.“
„Ja, sag ich doch. In den passt was rein. Aber Tessa frisst dich, glaube ich, nicht. Das würde ich eher Precious zutrauen. Wie gut, dass der nur so ’n kleiner, affiger West Highland White Terrier ist.“

Vita:
„Klausmüller – Ein Esel als Gespenst“ ist der dritte Band mit dem Esel Klausmüller aus der Feder von Pebby Art. Die Autorin hat ein literaturwissenschaftliches Studium absolviert. Sie lebt in Niedersachsen, ist verheiratet, hat drei Kinder und eine Katze (zum Bedauern des jüngsten Sprosses und zur Freude der Katze hat sie keinen Hund). 
Unter ihrem Pseudonym Jamie Craft hat sie den Roman „Die Prophezeiung. Das Inferno von Little Germany, New York“ herausgebracht.
www.plus.google.com/PebbyArt

Sonntag, 3. Juli 2016

Die magische Macht der Bären von Christel Dörner



Klappentext

Das Geschenk einer alten Frau verändert Hannas Leben.
Für sie öffnet sich dadurch eine Tür:
In ihrer eigenen Gegenwart kann sie plötzlich Menschen aus der Vergangenheit sehen,
die auf Zeitreise sind.
Ein Sturm der Gefühle durchfährt Hanna.
Sie entdeckt eine Tür durch die sie selber in die Vergangenheit reisen kann.
Als eine Explosion diese Tür für immer schließt sind Menschen in ihrer Zeit gefangen,
wird sie für diese Menschen zur Retterin? Kann sie vielleicht sogar ihr eigenes Zuhause retten?
Für Hanna beginnt ein spannendes und gefährliches Abenteuer.
Erhältlich bei Amazon.

Kapitel 11: DER WÄCHTER DER ZEIT

„Können wir jetzt los?“ Anna drängte. „Jetzt ist gerade die richtige Zeit, wenn du dein Vorhaben verwirklichen willst.“ „Wir müssen aber in den Keller, ich brauche Hammer und Meißel.“ Das Werkzeug war schnell gefunden und in einem Beutel untergebracht. Sich unterhaltend verließen die Mädchen das Haus, sie bemerkten nicht, dass eine Gestalt ihnen in einigem Abstand folgte.

An der Bäckerei angekommen verabredeten die Mädchen, dass Anna vor dem Laden warten sollte, während Hanna ihr Glück mit dem Beschaffen der Papiere versuchen wollte. Hanna achtete jetzt gar nicht mehr darauf, ob noch andere Kunden im Laden waren, sie ging hinein und direkt zur Seitentür.

Es war schon spät, sie war sich nicht sicher, ob ihr Vorhaben heute noch gelingen würde. Ihr Plan war es, einfach früher in der Zeit als Herr Kranz die Papiere aus der Mauer zu holen. Sie mussten ja dann noch da sein und Hanna könnte sie ihren Eltern bringen.

Genial einfach, fand sie. Auf den Straßen waren noch viele Menschen unterwegs und Hanna bekam ein merkwürdiges Gefühl, wurde sie beobachtet? Hatte Herr Kranz sie durchschaut und versuchte er, ihren Plan zu verhindern? Hanna schaute sich immer wieder um, sie war alleine. Keiner kümmerte sich um sie. Endlich war sie an ihrem Elternhaus angekommen. Wieder schaute sie sich in alle Richtungen um, da war niemand. Hanna untersuchte die Mauer, dann lächelte sie, ihr Plan ging auf. Noch niemand hatte sich an der Mauer zu schaffen gemacht, der Mörtel sah von oben bis unten gleich aus. Hanna machte sich direkt an die Arbeit. Die ersten zwei Steine wollten sich nicht lösen, mit vielen Hammerschlägen schaffte sie es dennoch. Zwischendurch sah sie sich immer wieder um, kein Mensch war zu sehen und Hanna fragte sich, wie es wohl für einen Beobachter aussehen musste, wenn sich Steine aus einer Mauer wie von Zauberhand lösen. Bei dieser Vorstellung musste sie grinsen. Die nächsten Steine ließen sich leichter abhauen.

Endlich hatte sie es geschafft, sie hatte das Versteck freigehauen. Sie atmete tief durch und schaute hinein. Die Kassette lag unbeschädigt darin. Ihr wurde ganz heiß, so einfach war das gewesen. Warum war sie nicht schon eher auf diese Idee gekommen? Jetzt nur noch ab nach Hause und Herrn Kranz enttarnen. Papa würde ihn bestimmt anzeigen. Hanna packte ihr Werkzeug wieder ein. Vorsichtig wie einen Schatz  steckte sie die Kassette auch in die Tüte. Dann legte sie die Steine noch so gut sie konnte wieder auf die Mauer und ging fröhlich pfeifend Richtung Bäckerei. Anna würde staunen.

Plötzlich war ihr seltsames Gefühl wieder da. Es war stärker als vorher, es gab aber keine Anzeichen, dass irgendwer sie beobachtete. Hanna konnte sich nicht erklären, warum sie so fühlte. Dann war sie wieder bei der Bäckerei, sie sah die Seitentür schon, als sich ihr plötzlich eine Gestalt in den Weg stellte. Sie hatte diesen Mann noch nie gesehen, er sah unheimlich aus, auf dem linken Auge trug er eine Augenklappe. Nach ihrem ersten Schreck dachte Hanna, der kann mich ja gar nicht sehen, also versuchte sie, an dem Mann vorbeizukommen. Der aber stellte sich einen Schritt weiter wieder vor sie. „So kommst du mir nicht davon“, grollte er, „du willst etwas aus dieser Zeit entwenden. Das würde die Zukunft verändern, es gibt ein ungeschriebenes Gesetz, das lautet: Nichts darf von einer Zeit in die nächste und umgekehrt mitgenommen werden.“ „Wer bist du? Wirst du von Herrn Kranz bezahlt?“ Hanna stellte diese Fragen mit fester Stimme, obwohl sie innerlich zitterte und das Gefühl hatte, jeder einzelne Knochen in ihrem Leib führe ein Eigenleben.

„Ich bin ein Wächter der Zeit und was hast du mit Herrn Kranz zu tun?“ Die Stimme des Mannes klang wie Donnergrollen. „Ich habe hier Beweise, dass dieser uns betrügen will, es sind Papiere meines Großvaters. Herr Kranz will sich unser Haus aneignen.“ „Herr Kranz ist ein Verbrecher, ich kann dich verstehen. Trotzdem kann ich dich mit den Sachen nicht gehen lassen. Gesetz ist Gesetz.“

Verzweifelt dachte Hanna nach, es musste doch einen Weg geben, sie war dem Ziel so nahe. Plötzlich sah sie Herrn Kranz. Der kam mit einem höhnischen Lächeln auf sie zu, stockte aber, als er sah, wer da bei Hanna stand. Dann lief er zur Bäckerei. „Da, da läuft Herr Kranz!“ Hanna schrie es aufgeregt. Der Wächter sah sich um und sah, wie Herr Kranz jeden Augenblick die Seitentür erreichen würde. „Stehen bleiben, du Ungeheuer!“, befahl er.
Herr Kranz dachte gar nicht daran, stehen zu bleiben, sondern flog förmlich auf die Seitentür zu und für einen Augenblick sah es so aus, als würde sich der Wächter hinterher machen. Er hob seine Hand und ein Feuerball flog Richtung Tür. Herr Kranz war Sekundenbruchteile schneller und hatte es gerade noch einmal geschafft. In buchstäblich letzter Sekunde zog er noch seine kleine Waffe und schoss – schon im Sprung – auf den Wächter.

Mit weit aufgerissenen Augen schaute Hanna zu. Der Wächter brach zusammen. Keinem der Leute, die auf der Strasse waren, fiel etwas auf. Hanna stand einen Moment wie benommen da. Sie könnte jetzt ungehindert zur Tür gehen, aber dieser Mann brauchte dringend Hilfe. Er blutete stark. Ohne weiter zu überlegen, nahm Hanna ihren Teddy aus der Jacke und legte ihn dem Wächter auf die Wunde. Verblüfft schaute der am Boden liegende große Mann auf Hanna, dann auf seine Schussverletzung. Die Blutung stoppte sofort und man konnte sehen, wie sich das Loch in seiner Brust langsam schloss. Der Wächter machte die Augen zu. „Ich wusste ja nicht, dass du so mächtig bist. Verzeihe mir bitte, dass ich dich aufhalten wollte. Du kannst passieren und - danke.“ Hanna nickte nur. Der Wächter hielt die Augen immer noch geschlossen, er atmete aber ruhig und tief. Hanna nahm ihren Teddy vorsichtig hoch, schaute ihn an und sagte: „Danke!“ Teddy brummte, das hatte er lange nicht getan. Hanna ging zur Tür, innerlich wappnete sie sich für den nächsten Kampf. Sie war sich sicher, dass Herr Kranz sich nicht geschlagen geben würde. Sie spürte den Sog, verpackte Teddy schnell noch in ihrer Jacke und knallte gegen eine Wand. Sie versuchte es noch einmal, es ging nicht!

Obwohl die Tür wie immer aussah, kam sie nicht durch. Was nun?......

Kurzvita

Mein Name ist Christel Dörner, ich wurde am 23.7.1949 in Wuppertal geboren und lebe noch heute dort.

Gelernt habe ich einen kaufmännischen Beruf im Pharmazeutischen Großhandel.

Ich habe drei eigene Kinder und zwei Pflegekinder großgezogen. Die Pflegekinder kamen mit zwei bzw. vier Jahren zu uns und blieben bis zur Volljährigkeit. Dazu bekamen wir ab und an Besucherkinder, um die sich die Eltern zeitweise nicht kümmern konnten.
Ein Junge, er war 11 Jahre alt und seine Mama sehr krank, brachte einen kleinen alten Teddy mit. Er war am Anfang sehr traurig und ich habe versucht, ihn mit Geschichten um den Teddy aufzumuntern. So wurde der Grundstein für das Buch gelegt.

Allerdings habe ich früher schon kleinere Geschichten geschrieben, die zum Teil noch bei mir in der Schublade liegen. Ich empfinde das Schreiben sehr entspannend. Wenn ich einen Stift in die Hand nehme macht der sich selbstständig und ich bin am Ende selber überrascht was dabei herauskommt.

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