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Sonntag, 24. Januar 2016

Verflixtes Liebesgeflüster von Veronika Aretz


Klappentext Band 4:
Die vierzehnjährige Nadine hat nun endlich die beiden anderen Hüter des Trigonischen Friedenskristalls im Schlepptau, um ihren Freund Rido, den Roboter-Wolfs-Jungen, wiedererwecken zu können. Doch auf den Planeten der Sieben-Welten-Galaxie herrscht das blanke Chaos und zu allem Überfluss verweigert sich auch noch der Kristall Nadines Wünschen.
Mit Rido im Gepäck suchen die Freunde einen Spiegelpalast auf, damit der Stein dort wieder aufgeladen werden kann. Der Weg dahin birgt jedoch eine Menge Gefahren und außerdem wartet auf Nadines Heimatplanet eine böse Überraschung …
Das Finale der Verflixten-Bücher-Serie. Ein atemberaubendes Abenteuer um den Frieden der Sieben-Welten.
Erhältlich bei Amazon oder über den Verlag.



Leseprobe Verflixtes Liebesgeflüster

Nadine landet mit ihren Freunden auf einen Planeten der Sieben-Welten. Anstatt dass dort Friede herrscht, ist rund um den Freunden das Chaos, ja, sie werden sogar bedroht.


… dann lacht der Bärtigste der Bärtigen. „Los, sag schon, für wen stimmt ihr?“ Um seinen Worten mehr Respekt einzuflößen, stößt er mir seinen borstigen Besen in den Bauch.
„Hä?“, antworte ich ein bisschen neben der Spur.
„Zeig deinen Zettel! Was hast du angekreuzt?“, versucht es jetzt eine Frau – die übrigens ebenfalls einen Bart trägt, wenn auch nur einen kleinen, und mir mit einem Wischmob vor dem Gesicht herumfummelt.
„Was für einen Zettel?“, frage ich und stoße den blöden Mob zur Seite. Ist doch berechtigt, oder? Ich meine nicht den Stoß des Wischmobs, sondern die Frage, weil mit Zetteln hantiert wird wie im Mittelalter. Seit einem halben Jahrtausend gibt es hier kein Papier mehr. „Ich bin sauber, nimm das Ding endlich weg!“
Aber meine Antwort hat leider zur Folge, dass die Bauern uns von allen Seiten mit ihren Kampfutensilien stoßen.
Ricky, die inzwischen aufgesprungen ist und nun doch wieder weiß, wozu ihre Beine gut sind, stupst mich mit dem Ellbogen an. „Nimm doch deinen Kristall-Dingsda und mach sie platt!“, schlägt sie vor.
„Hab ich doch schon“, flüstere ich zurück. „Aber er macht nichts.“
„Ist er kaputt?“, fragt Yannik.
„Keine Ahnung.“
In Gedanken versuche ich noch einmal, eine Illusion heraufzubeschwören, aber nicht einmal eine Maus erscheint zur Abschreckung. Die Wände um uns herum sehen auch schon ziemlich blass aus, als ob sie nicht mehr lange Mauer spielen wollten.
„Tsss, er hat einfach keine Power mehr“, stellt Ricky sachlich fest.
Ich starre das Mädchen an, ohne auf die drängenden Rufe der Bauern zu achten. Hat mein kleiner Freund wirklich keine Energie mehr? Bisher habe ich mir noch nie Gedanken darüber gemacht, woher er die Kraft nimmt und all diese Erscheinungen herbeiillusioniert. Ehrlich gesagt, war es mir sogar egal, solange er nur etwas tat, was ich gerade brauchte. Aber jetzt kann er nicht einmal mehr die Mauern halten.
„Hör sofort auf!“, befehle ich dem Trigonischen Kristall beinahe hysterisch. Wenn mein kleiner Freund ohne Energie ist, kann ich Ridos Auferstehung gleich vergessen!
Immerhin – die Mauern verschwinden augenblicklich. Gerade noch kann ich erkennen, wie Motte, Beth und Benar von den Halbwüchsigen abgeführt werden. Aber meinen verzweifelten Ausruf deuten die Bärtigen so ziemlich falsch.
„Wir hören erst auf, wenn ihr die richtigen Kreuze auf euren Zetteln vorzeigen könnt“, sagt der Bärtigste und grinst.
„Hier – ich hab noch einen Zettel!“, ruft Ricky. Sie kramt in ihrer Jeansjacke, bis sie schließlich einen Kassenzettel vom Discounter hervorzieht. „Ist der gut?“
Die Frau wischt Ricky gleich mit ihrem Wischmob durch die Haare, während der Bärtigste der Bärtigen sich am Kopf kratzt, weil er offenbar mit dieser Art Zettel so gar nichts anfangen kann.
„Willst du uns auf den Arm nehmen?“, keift sie. „Los, zeigt uns eure Wahlzettel!“
Oh – es ist Wahlkampf!
Zuerst sehe ich Ricky an, dann Yannik. Und obwohl uns der Ernst der Situation bewusst ist, prusten wir los. Die bärtige Bauern-Mannschaft wirbt um Stimmen!
Das erste Mal stehen diese hochzivilisierten Leute vor einem Wahlkampf und versuchen nun, alle Menschen, denen sie begegnen, schlagkräftig von ihrer eigenen Partei zu überzeugen! Ich fasse es einfach nicht! Obwohl mir dämmert, dass sie bisher nicht wirklich gelernt haben, demokratisch zu denken … Setz mal ein spielendes Kind auf den Chefsessel einer großen Firma – du wirst sehen, es kommt das Gleiche heraus.
„Das ist also eure Wahlkampf-Strategie …“, beginne ich, weil mir das Stoßen mit den Gerätschaften nun doch ziemlich auf die Nerven geht. „Ist ja sehr überzeugend.“
„Rede keinen Stuss!“, faucht der Bärtigste und hält mir ein Papier unter die Nase, auf dem ich ein armseliges Kreuzchen mitten in einer endlosen Reihe von Namen entdecke. „So muss das aussehen! Und jetzt zeigt endlich eure Zettel!“ Er kommt näher und durchforstet meine Taschen.
„Du wirst nichts finden“, versuche ich zu erklären. „Wir sind gerade erst angereist. He, das hat nichts mit dem Wahlkampf zu tun! Gib das her!“
Der Bärtigste hat Ridos Chip aus meiner Hosentasche gezogen. Als ich sehe, wie interessiert er ihn betrachtet, steigt mir das Blut in den Kopf. Auch Yannik neben mir wird unruhig. Hat er mir nicht klar gemacht, wie wertvoll dieses kleine Teil ist? Darauf sind die kompletten Daten der Sieben-Welten gespeichert, selbst einen Mega-RG II vom Typ Superblitz mit der Option, schneller zu sein als ein Blitz, kannst du damit basteln. Du kannst sogar die Anleitung zum Fliegen lesen, aber wahrscheinlich legst du dann trotzdem eine Bruchlandung hin, denn das hat selbst Rido nicht richtig hinbekommen.
Rido! Wenn der Bärtigste der Bärtigen mir den Chip wegnimmt, ist der Roboter-Wolfs-Junge verloren! Wie soll ein Roboter ohne Daten existieren? Und vor allem, wie soll ich ihm das erklären?
Doch je mehr ich mich bemühe, nach dem Chip zu greifen, desto schneller geht der Bärtigste der Bärtigen rückwärts. Schließlich pieken mich die Spitzen einer Mistgabel in den Bauch und ich kann ihn nicht mehr erreichen.
Mir schießen die Tränen in die Augen. „Gib es mir zurück! Ich mach auch alles, was ihr sagt!“, schluchze ich. Dummheit muss bestraft werden. Aber eigentlich ist es Ridos Schuld, er hätte ja nicht sterben müssen.
„Zeig mal her, Jaco! Ich will sehen, was das ist!“, ruft ein bärtiger Bauer mit einem Bartzopf. Weitere Bärtige versuchen, ihm den Chip aus den Händen zu reißen, aber es ist die bärtige Frau, die ihn einen Moment später siegessicher in ihrer Hand hält.
„Ich bekomme das, das ist dir doch hoffentlich klar, Jaco?“, triumphiert sie. Mit dem Stiel ihres Wischmobs stößt sie energisch auf den Boden.
„Natürlich, Selya. Aber ich hab’s mir doch selbst noch nicht …“
„Es gehört mir! Ihr könnt es mir nicht so einfach ab­nehmen!“, schreie ich. „Das ist Diebstahl! Ich rufe die Staatsdiener!“
Jetzt ist es an den Bauern, kräftig zu lachen. Darf ich raten? Es gibt keine Polizei …

 Veronika Aretz wurde 1963 in Aachen geboren, hat Grafik-Design studiert und arbeitet seit 2001 als Selbstständige. Mit ihrem Mann lebt sie in der Nähe von Aachen, ihre drei Kinder sind zum größten Teil schon ausgezogen und studieren. Seit dem Jahr 2000 trainiert sie ehrenamtlich Kinder im Schwimmverein ihrer Heimatstadt.

Durch die Unzufriedenheit ihrer ältesten Tochter über schlechte oder wenig interessante Kinderbücher ist sie Anfang 2000 zum Schreiben zurückgekehrt. Seitdem hat sie mehr als 40 Sach- und Kinderbücher geschrieben.
Bisher veröffentlicht hat sie die „Verflixte-Buch-Serie im Editia Verlag und alle anderen im Eigenverlag (VA-Verlag), der Indie-Autoren mit E-Book und schönem Cover unterstützt. So sind dort auch alle Bücher der „Sarah & Nico-Reihe“ entstanden, ebenso die „Arbeitskarten für den Schwimmunterricht“, die hauptsächlich von Lehrern und Trainern genutzt werden.
Webpräsenz:  www.va-verlag.de
Kontakt: info@va-verlag.de



Sonntag, 3. Januar 2016

Verflixtes Mottengeflatter von Veronika Aretz



Klappentext Band 3:
Nadine kehrt zur Erde zurück, um mit den beiden anderen Hütern des Trigonischen Friedenskristalls ihrem Freund Rido das Leben zu retten. Doch Motte, der Schulleiter, hat es sich mittlerweile zur Aufgabe gemacht, in Krisengebieten für Frieden zu sorgen. Und so reist Nadine ihm hinter.
Alles könnte so einfach sein, wären da nicht ein paar Wetterpfuscher aus ihrer Heimat, die überall auf der Welt Naturkatastrophen auslösen – und hätte Nadine nicht zu allem Überfluss den Kristall im Meer versenkt …
Eine abenteuerliche Reise mit vielen Überraschungen und natürlich wieder mit Manga-Zeichnungen im Innenteil!
Erhältlich bei Amazon oder über den Verlag.


Leseprobe Verflixtes Mottengeflatter

Ricky versteckt sich vor dem Kontrolleur unter die Bank im Restaurant des Zugabteils. Nadine sitzt mit Benni und Yannik noch am Tisch, sie haben den Kontrolleur weggeschickt.

 … Und ich gleite unter die Bank.
Dunkelheit!“, flüstere ich.
„Was machst du denn hier?“, fragt Ricky überrascht.
„Pscht!“, zische ich.
Ich sehe die Beine der Python-Kämpferin auf unseren Tisch zukommen. Interessanterweise hat sie Stiefel an, die mir echt gut gefallen. Benni versteift sich, als er Greta erkennt. Leider rammt er Ricky dabei seinen Schuh in den Bauch. Die hat immerhin begriffen, dass die Luft da oben scheinbar noch immer verpestet ist, und unterdrückt heldenhaft ein „Umpfh“.
Yanniks Kommentar ist leider zu laut und ebenso überflüssig: „Meine Fresse, was will die denn hier?“
Gretchen lässt sich jedoch nicht beirren, weder von den feindseligen Blicken meiner Freunde noch von der Dunkelheit unter der Bank. Sie langt kurzerhand hinab und zieht eine kreischende Ricky hervor. Dieser Radau ruft nun auch wieder unseren lieben Kontrolleur Schnüffel auf den Plan. Der kommt mit seinem dicken Bauch voran in das Abteil gehetzt.
„Aha!“, trompetet er zufrieden. „Da haben wir ja die Schwarzfahrerin! Nein, das sind ja sogar zwei! Kommt mal schön mit, ihr beiden!“
Rickys Fahrkarte! Jetzt wird es höchste Zeit, dass sie sie endlich bekommt. Ich tippe gegen Bennis Bein, bis er es endlich merkt und sie in Empfang nimmt.
„Hier! Hier ist die Karte von dem Mädchen!“, ruft er, als hätte er eine Karte für ein Weltmeisterschafts-Fußballspiel zu verscherbeln. „Aber die Frau daneben gehört nicht zu uns. Wir kennen sie nicht! Sie müssen sie einsperren!“
Schnüffel betrachtet ungläubig das hingehaltene Ticket und lässt sich sicherheitshalber die von Benni und Yannik noch einmal zeigen. Da er diese jedoch schon abgeknipst hat, schüttelt er nur stumm den Kopf. Dann wendet er sich an Greta.
„Und Ihre Fahrkarte?“
Die arme Pythonfrau kann ja nun wirklich nichts dafür. Also, für drei Sekunden bekomme ich sogar Mitleid. Sie kann offenbar gar nicht verstehen, wieso man für das Zugfahren auf diesem Planeten irgendwelche Zettel braucht, die dann doch nur herumfliegen und die Umwelt verschmutzen. 
Nach weiteren drei Sekunden verkneife ich mir das Prusten, weil unsere Außerirdische sich Rickys Fahrkarte schnappt und sie Schnüffel hinhält.
Der guckt wie eine Kuh, wenn es blitzt.
„Wollen Sie mich veräppeln?“, schnauft er.
„Passen Sie auf, was Sie sagen! Das ist eine ganz abgebrühte Karate-Kämpferin“, warnt Yannik.
Schnüffel ist jetzt richtig irritiert. „Ich denke, ihr kennt sie nicht?“
Yannik kratzt sich verlegen am Kopf. „Das ist doch die … die Weltmeisterin im Karate! Äh … die kennt doch jeder, oder?“
„Ja, genau!“, pflichtet ihm Benni bei, obwohl er wahrscheinlich keine Ahnung hat, was das Wort „Weltmeisterin“ überhaupt bedeutet.
„Die wird gewalttätig, wenn Sie etwas von ihr wollen. Holen Sie lieber Verstärkung, am besten gleich die Polizei!“
Unsere Unterhaltung ist natürlich von den Anwesenden im Bordrestaurant samt Kellner mitverfolgt worden. Gespannt starren die Leute auf Greta und den Schaffner. Der schüttelt aber nur den Kopf, packt sie fest am Arm und will sie aus dem Abteil manövrieren.
„Sie kommen jetzt schön mit“, sagt er gelassen. „Wir werden in aller Ruhe Ihre Daten … AAAARRRGGGH!“
Greta packt ihn blitzschnell am Hals und drängt ihn gegen das Fenster. Das muss man ihr lassen: Trotz seines Gewichts hat sie den Schaffner wie eine Puppe herumgeschleudert. Selbst die beiden Stühle, die im Weg standen, zerschmettert sie bei ihrer Aktion.
„Fass mich nicht an, du aufgeblasener Luftballon!“, zischt sie.
Jetzt mache ich mir ehrlich Sorgen um den Schaffner.
Ein paar Leute stehen von ihren Plätzen auf, deutlich empört über das Verhalten der Frau. Aber erst, als sie näher rücken, um den Schaffner zu unterstützen, lässt die Python-Kämpferin ihn wieder los.
Der Mann rutscht langsam an der Scheibe hinunter auf meine Augenhöhe – nur dass er mich nicht sieht – und sein Gesicht ist krebsrot. Zwei kräftige Männer packen ihn unterm Arm und hieven ihn wieder hoch. Gemeinsam bringen sie Greta und den Schaffner fort, vermutlich in sein Dienstabteil.
Wenige Minuten später hält der Zug an einem Bahnhof. Gespannt beobachten wir, wie Greta-Schätzchen den Zug verlässt und von der Polizei in Empfang genommen wird. Als unser Abteil an ihr vorbeirattert, wirft sie mir einen wütenden Blick zu.
„Wer war denn das?“, fragt Ricky. „Die Tante hat ja nicht mehr alle Tassen im Schrank.“
„Sie gehört zu den gefährlichsten Feinden meiner Eltern auf den Sieben-Welten“, antworte ich gelassen. „Bei denen habe ich übrigens das Kämpfen gelernt …“
Ricky fallen bald die Augen heraus.
„Und Benni kommt auch von den Sieben-Welten. Eigentlich heißt er Benar und er ist der Sohn eines Friedenskämpfers, den ich lange Zeit für unseren Feind gehalten habe. Aber jetzt weiß ich’s besser.“
Ricky nickt – doch Sekunden später guckt sie etwas sauertöpfisch.
„Und, wenn ich mal so fragen darf … Wann hattest du gedacht, mir meine Fahrkarte zu geben?“
„Och“, antworte ich, aber da springt sie schon auf und verschwindet aus dem Restaurant.
Die beiden Jungen folgen ihr unmittelbar und Benni raunt mir zu, dass einer noch bezahlen müsse. Zwei Sekunden später steht auch schon der Kellner an unserem Tisch und schiebt mir die Rechnung zu. 137 Euro! Als ich dem Mann drei umgewandelte Fünfzig-Euro-Scheine reiche, beäugt er sie kritisch und ich seufze, weil mir das eigentlich nicht gefällt.
So viel dazu, wie ich ein ehrbares und liebenswertes Mädchen werde.



Veronika Aretz wurde 1963 in Aachen geboren, hat Grafik-Design studiert und arbeitet seit 2001 als Selbstständige. Mit ihrem Mann lebt sie in der Nähe von Aachen, ihre drei Kinder sind zum größten Teil schon ausgezogen und studieren. Seit dem Jahr 2000 trainiert sie ehrenamtlich Kinder im Schwimmverein ihrer Heimatstadt.
Durch die Unzufriedenheit ihrer ältesten Tochter über schlechte oder wenig interessante Kinderbücher ist sie Anfang 2000 zum Schreiben zurückgekehrt. Seitdem hat sie mehr als 40 Sach- und Kinderbücher geschrieben.
Bisher veröffentlicht hat sie die „Verflixte-Buch-Serie im Editia Verlag und alle anderen im Eigenverlag (VA-Verlag), der Indie-Autoren mit E-Book und schönem Cover unterstützt. So sind dort auch alle Bücher der „Sarah & Nico-Reihe“ entstanden, ebenso die „Arbeitskarten für den Schwimmunterricht“, die hauptsächlich von Lehrern und Trainern genutzt werden.
Webpräsenz:  www.va-verlag.de
Kontakt: info@va-verlag.de


Sonntag, 13. September 2015

Verflixte Hühnersuppe von Veronika Aretz



Klappentext Band 1:
Nadine ist ein ganz normales vierzehnjähriges Mädchen ... Also gut, ihr Leben ist alles andere als normal: Sie ist die Hüterin des Trigonischen Friedenskristalls der Sieben-Welten und sie wurde vor 37 Jahren auf die Erde geschickt, um den kostbaren Stein vor den Feinden ihrer Welt zu beschützen. Und hier sitzt sie nun fest, immer noch vierzehn Jahre alt. Und schon wieder kommt sie in eine neue Schule. Dort gerät sie auch gleich an eine Clique, die die Schüler terrorisiert. Ihr Banknachbar Yannik scheint sie komplett abzulehnen und dann taucht zu allem Überfluss auch noch ihr Englischlehrer auf, den sie von früher kennt und vor dem sie schon einmal ihr Geheimnis verbergen musste.
Nach all dieser Aufregung wird ihr eines klar: Sie will endlich wieder nach Hause! Also setzt sie den Kristall ein, um ihren Eltern zu zeigen, wo sie zu finden ist. Doch damit lockt sie vor allem die gefährliche Schwarze Seite an ... Ein fantastischer Jugendroman mit über 100 lustig illustrierten Kommentaren im Manga-Stil.
Erhältlich bei Amazon oder über den Verlag.




Leseprobe „Verflixte Hühnersuppe“ Kapitel 1 oder „Der Tag, an dem ich die Erde verfluche“
Nadine wurde von ihren Eltern mit dem Trigonischen Kristall fortgeschickt, doch sie und eine Magd landen nicht auf einen der ihr bekannten Welten, sondern auf der Erde.

„Sag, dass das nicht wahr ist, Amarelia!“ Ich spüre, wie sich ein dicker Kloß meinen Hals hinaufwürgt, meine Stimme im Inneren laut aufschreien und sich gegen den Entschluss meiner Eltern wehren will. Was hab ich hier auf der Erde verloren? Wie soll ich ohne meine Freunde leben, ohne meine Hobbys – und ohne meinen Zottelbären, der jetzt allein zu Hause in meinem Zimmer liegt?
„Das ist doch hohler Hühnerschiss! Wir sind niemals auf der Erde gelandet! Das … das wäre …“
Ich kann nicht weitersprechen. Der Gedanke ist einfach zu absurd: Warum soll ich Milliarden von Lichtjahren entfernt auf einer unterentwickelten Welt herumhängen, wo ich meine Eltern so sehr brauche? Na ja, wahrscheinlich hätte mich meine Mutter gerade gerüffelt, dass ich mich gewählter ausdrücken sollte und nicht mal einen einzigen vernünftigen Satz zu Ende sprechen kann. Und mein Vater hätte mir vermutlich einen Vortrag über verantwortungsbewusstes Benehmen gehalten, da ich einfach nur dumm herumstehe. Aber sie sind auch nicht an meiner Stelle. Sie haben sich diesen ultra-kotzigen Plan ausgedacht – und wer muss nun die Hühnersuppe auslöffeln?
Ein mal raten ist erlaubt!
„Es war die Idee deines Vaters, doch deine Mutter hat ihm beigepflichtet. Sie haben dir eine äußerst ehrenvolle Aufgabe anvertraut. Hast du ihn noch?“
Ich schaue die Magd an, als rede sie von dem vergifteten Apfel aus Schneewittchen, aber dann greife ich in meine Tasche. Der Trigonische Kristall! Er schimmert in einem zarten Violett, meiner Lieblingsfarbe. In seiner Mitte dreht sich die Erde wie eine Welt, die bewundert werden will, ein blauer Planet, unschuldig und doch irgendwie schön.
„Verwandle ihn in etwas anderes, zum Beispiel in ein Armband.“
„Was?“
Ich hatte nicht zugehört, was Amarelia gesagt hatte. Viel zu fasziniert beobachte ich das Innere der Kugel: Jetzt scheint sie das weite Meer zu zeigen. Ich sehe Wolken über das Wasser ziehen und Schwebeschiffe dahingleiten.
„Der Kristall ist zu auffällig. Verwandle ihn in ein Armband.“
„Wie denn?“, blaffe ich, „ich kann doch kaum sagen: Los, Kristall, verwandle dich in einen Armreif!
Kaum habe ich aber den Satz zu Ende gesprochen, liegt ein goldener Reif in meiner Hand. Ich klappe den Mund auf.
„Er hat dich als Hüter akzeptiert, wie dein Vater es vorausgesehen hat!“, ruft Amarelia begeistert. „Aber ein goldener Armreif am Handgelenk eines Kindes ist immer noch zu auffällig.“
Da denke ich nur: Werde zu einem Blechreif – und schon verändert der Reif seine Farbe und ich glaube, meine Gesichtsfarbe ändert sich ebenfalls. Ich muss einem Laubfrosch aus eurer Welt ziemlich ähneln.
„Gut so!“, sagt Amarelia. „Der Kristall täuscht uns eine Illusion vor. Niemand darf wissen, dass du ihn hast. Ich habe in den letzten Wochen, seit deine Eltern mich in ihren Plan eingeweiht haben, alle alten Aufzeichnungen über die Erde gelesen. Das da drüben ist ein Automobil.“ Sie zeigt auf die Maschine, die vorhin so laut geknattert hat.
„Es stinkt!“, knurre ich und verziehe angewidert das Gesicht. Unter normalen Umständen würde ich dieses „Automobil“ sofort studieren. Mit meinen besten Freundinnen Dan’helia und Gusuh’mare würde ich mich darum reißen, es als Erste zu berühren. Wir drei sind bekannt für unseren Ehrgeiz, Geheimnisse zu lüften.
Augenblicklich spüre ich ein Stechen in der Brust. Was machten Dani und Gusu genau jetzt? Vermissen sie mich vielleicht schon?
„Deine Eltern ahnten den Verrat“, fährt Amarelia fort. Ich sehe die Magd böse an, aber sie hat natürlich keinen blassen Schimmer, aus welchen Träumen sie mich gerade gerissen hat. „Der Friedenskristall muss in Sicherheit gebracht werden. Deine Eltern hoffen, dass niemand den Kristall bei dir vermutet. Noch nie zuvor wurde er einem Kind anvertraut.“
Lange sage ich nichts. Ich spüre die Last der Verantwortung wie Blei auf meinen Schultern und Angst kriecht in meinem Kopf herum, aber gleichzeitig keimt auch ein wenig Stolz in mir auf. Ich bin von meinen Eltern auserwählt worden! Sicher hätte es noch genügend andere Labidaner gegeben, die ebenfalls infrage gekommen wären – aber nein, sie vertrauen nur mir!

Veronika Aretz wurde 1963 in Aachen geboren, hat Grafik-Design studiert und arbeitet seit 2001 als Selbstständige. Mit ihrem Mann lebt sie in der Nähe von Aachen, ihre drei Kinder sind zum größten Teil schon ausgezogen und studieren. Seit dem Jahr 2000 trainiert sie ehrenamtlich Kinder im Schwimmverein ihrer Heimatstadt.
Durch die Unzufriedenheit ihrer ältesten Tochter über schlechte oder wenig interessante Kinderbücher ist sie Anfang 2000 zum Schreiben zurückgekehrt. Seitdem hat sie mehr als 40 Sach- und Kinderbücher geschrieben.
Bisher veröffentlicht hat sie die „Verflixte-Buch-Serie im Editia Verlag und alle anderen im Eigenverlag (VA-Verlag), der Indie-Autoren mit E-Book und schönem Cover unterstützt. So sind dort auch alle Bücher der „Sarah & Nico-Reihe“ entstanden, ebenso die „Arbeitskarten für den Schwimmunterricht“, die hauptsächlich von Lehrern und Trainern genutzt werden.
Webpräsenz:  www.va-verlag.de
Kontakt: info@va-verlag.de